Wie macht man die perfekte Arschbombe?

Christoph Ries

Am 8. und 9. März trifft sich Deutschlands Splashdiving-Szene im Freiburger Westbad. Der Sieger des Arschbomben-Contest ist automatisch Mitglied in der Deutschen Nationalmannschaft. Oliver Schill hat die Sportart vor vier Jahren erfunden. Im fudder-Interview spricht der gelernte Turm- und Klippenspringer über spritzende Kanonenkugeln, die Mär gerissener Bauchdecken und die perfekte Wasserfontänenentwicklung.

Oliver, als Klippenspringer hast du dich schon von 26 Meter hohen Steilwänden gestürzt. Was fasziniert dich so an der Arschbombe?


Die Arschbombe ist ein Lebensgefühl. Wenn man im Hochsommer auf dem Zehner steht und auf die Masse der Menschen schaut, die man mit einem Sprung nass machen kann, ist das eine fantastische Geschichte. Es dreht sich ja nicht alles nur um die Arschbombe an sich, beim Splashdiving gibt es viele verschiedene Freestylesprünge. So wie die Kids im Schwimmbad, die auf den Zehner gehen, um Mädels zu imponieren und Mut zu beweisen.

Welche Figur spritzt am meisten?

Wissenschaftliche Untersuchungen der Uni Bayreuth haben gezeigt, dass der Ripper, bei uns auch Anker genannt, die höchste Wassersäule noch oben zieht. Dabei winkelt der Springer ein Bein an und taucht mit dem anderen senkrecht ins Wasser.

Zählt die Wasserverbreitung nach außen oder die Wassersäule nach oben?

Beides. Die Jury bewertet sowohl die Wasserfontänenentwicklung nach oben als auch zur Seite. Außerdem noch Dinge wie Sprungakrobatik, Teamfähigkeit und Kondition.

Was passiert beim Open Canonball?

Der Athlet springt ab, streckt die Beine rechts und links vom Körper weg, greift sich mit beiden Händen in die Kniekehle und landet mit dem Hintern auf der Wasseroberfläche. Ein Sprung, der einen mittleren Schwierigkeitsgrad hat, weil er unwahrscheinlich leicht zu springen ist, aber schwer zu tauchen.



Verletzungen?

In jedem besseren Schwimmbad gibt es das Gerücht von dem Zehn-Meter-Springer, der sich die Bauchdecke aufgerissen haben soll. Das ist Quatsch! Menschliches Gewebe kann aus zehn Meter gar nicht reißen. Die Verletzungsgefahr im Bereich der Arschbombe ist sehr niedrig. Das schlimmste sind blaue Flecken, die in dunkelrote übergehen. Der geübte Arschbomber geht aber auch erst auf zehn Meter hoch, wenn er am Einer und Dreier sicher ist.

Sind Männer die besseren Arschbomber?

Aus irgendeinem Grund hat der liebe Gott vorgesehen, dass der Mann tatsächlich der bessere Splashdiver ist. Wir haben immer wieder ein paar Frauen dabei, aber genau wie Boxen ist auch Splashdiving eine Männerdomäne. Das hängt auch damit zusammen, dass der Mann ein stärkeres Imponiergehabe hat und bei ihm der Flirtfaktor zehnmal wichtiger ist. Erst recht auf dem Zehn-Meter-Turm.

Und wie macht man jetzt die perfekte Arschbombe?

Bevor man aufs Brett geht, sollte man vom Beckenrand aus üben. Anlauf nehmen, beide Hände zur Brust, Knie an den Bauch und wie ein Paket auf die Wasseroberfläche knallen. Beim Aufprall ist es ganz wichtig, dass alle Muskeln angespannt sind. Splashdiving ist eben nichts für Mama-Söhnchen, sondern was für die taffen Jungs unter uns.



Fotos: privat, splashdiving.com

Mehr dazu:

Splashdiving-Turnier in Freiburg

Was: „Round Robin“-Turnier (Jeder gegen Jeden). In vier Runden werden die 15 neuen Springer für die Splashdiving Nationalmannschaft ermittelt.
Wo: Westbad
Wann: Samstag und Sonntag, 8. März und 9. März
Hinweis: Nur deutsche Staatsbürger können Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft werden. Vergesst also nicht Euren deutschen Ausweis oder Reisepass.