Wie ich mitten in Freiburg im Schloss des Grafen Nosferatu gefangen war - und mich befreit habe

Johanna Wagner

Room Escape ist der Trend des letzten Jahres: Eingesperrt in einem Raum muss man sich mit Logik befreien. In Freiburg gibt es das schon seit einem Jahr, nun gibt es einen dritten Anbieter: The Cage. Was der neue Escape-Room kann:



"Rein mit euch!", sagt Andreas Quindt, Geschäftsführer von 'The Cage' in Freiburg. Meine Freunde und ich überlegen, wie energisch wir das tun sollen. Maize und Klara raffen sich als erstes auf und schlurfen in den Raum. Paula, Sara und ich sind Weicheier. Wir drücken uns vor der Tür herum. Wir haben ein bisschen Angst. Paula quietscht, Sara zieht die Augenbrauen hoch, ich kichere nervös.

Held oder Heulsuse?

Dann gehen wir rein: In das Jahr 1400, in das Schloss des Grafen Nosferatu. Mit der Außenwelt können wir nur über ein Walky Talky kommunizieren. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit. Wir stehen in einem kleinen Raum. Um uns herum: eine Rüstung, eine verschlossene Kiste, eine verschlossene Tür. An der Wand flackern zwei Laternen.

Unsere Aufgabe: Wir müssen uns durch das Schloss kämpfen und das Fenster öffnen. Nur mit Sonnenlicht können wir den Vampir töten.

Was klingt, als seien wir in den alten Dracula-Roman geschlüpft, ist eigentlich ein Spiel. Ein Trend-Spiel. Seit rund zwei Jahren entstehen überall in Deutschland Escape Rooms - Räume, in die man eingesperrt wird und aus denen man nur mit Logik herausfindet. In Freiburg gibt es schon seit über einem Jahr den Escape-Room Frexit, dazu am alten Güterbahnhof den Escape-Room Jailbreak, bei dem man aus einer Gefängniszelle ausbrechen muss. The Cage, den wir heute ausprobieren, ist der dritte Freiburger Anbieter.

Klara, Maize und Sara sind schon heroisch unterwegs. Die drei durchforschen den Raum und rütteln an Gegenständen. Wir brauchen den Schlüssel. Paula und ich quietschen und rücken näher aneinander. Klara ist die erste Heldin: Sie findet den Schlüssel. Die mutigen drängen sich an die Tür. Paula und ich schnappen uns noch einen Dolch. Falls uns der Vampir begegnet, können wir ihn damit bestimmt beeindrucken.

Der nächste Raum ist größer. Ganz nett hat es der Graf hier: Es gibt einen Springbrunnen und einen Kamin. Wir patschen mit den Händen in den dunkeln Ecken herum, Maize liest aufmerksam das Tagebuch des Grafen Nosferatu.

Teamarbeit ist gefragt!

"Braucht ihr Hilfe?", fragt Andreas Quindt durch das Walky Talky. Er betrachtet uns durch die Kamera um uns zu helfen, falls wir nicht weiterkommen. Aber wir sind ehrgeizig. Das ist unser Abenteuer, das schaffen wir allein!



Darin sieht Quindt unsere Stärke. "Menschen die Lust auf das Spiel haben, sind meist erfolgreicher. Zudem habt ihr als Gruppe gut zusammengearbeitet. Ich sage es unseren Besuchern immer wieder: Sprecht miteinander!"  Denn Escape-Rooms fördern Teamarbeit. Quindt sieht den Gruppen nach dem Spiel an, dass sie zusammengewachsen sind, sagt er. "Die Gruppen sind dann emotionsgeladener und sprechen aktiver miteinander".

Momentan bietet The Cage Freiburg vier Räume an, zwei weitere sind in Planung. "Mit so vielen Räumen sind wir ziemlich weit vorn", sagt Quindt.  Und dann gibt es da noch die "intelligente Technik2, wie er betont. Er zeigt uns gleich, wie er alle Lichter über sein Smartphone steuern kann. Das erhöht den Nervenkitzel: Leiten die Spieler die richtigen Schritte ein, werden automatisierte Prozesse ausgelöst: Es schallt Musik durch den Raum, Türen öffnen sich, das Licht wird dunkler.

Wir haben es mittlerweile geschafft. Das Sonnenlicht flutet auf den Sarg des Grafen Nosferatu. Langsam schiebt sich der Sargdeckel vor. Gebannt starren wir auf den Sarg. Ob wir noch einen Holzpfahl durch sein Herz rammen sollen? Der Graf sieht aber ziemlich tot aus. Wir lassen die Dolche fallen und feiern uns.



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