Wie geht es weiter mit dem Z?

Joachim Röderer

Die Stadtverwaltung stellt dem in die Krise geratenen Jugendkulturverein Z Auflagen: Bis Anfang März müssen die Z-Macher ein Konzept für das Jugendzentrum unterm Siegesdenkmal vorlegen – nur dann werde die zweite Rate des städtischen Zuschusses für das Jahr 2009 ausgezahlt. Im "Z" hält man die Zeitvorgabe für zu kurz bemessen.

Vergangenen Donnerstag hat der Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Gemeinderates im Rahmen der Zuschuss-Beratungen das Problem "Z" beraten. Die Sitzungsordnung sorgte für eine kuriose Situation: Z-Vorsitzender Christian Liebl saß zwar im Gremium (dazu andere Mitstreiter auf der Zuhörertribüne). Weil Liebl aber als befangen galt, durfte er nichts sagen – so dass es in der folgenden Debatte keinerlei Informationen aus der Z-Mannschaft geben konnte, obwohl das möglichweise hilfreich gewesen wäre.


Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach vertrat die zuvor angekündigte klare Linie: An Zuschuss-Euros von der Stadt kommt das "Z" erst wieder, wenn der angeschlagene Jugend- und Kulturverein ein tragfähiges Konzept vorlegt. Dies muss bis Anfang März zur nächsten Ausschuss-Sitzung passieren. Ein zu enger Zeitrahmen, wie Axel Rutz, Berater des Z-Vorstandes, direkt nach der Sitzung auf BZ-Anfrage sagte: "Wir schaffen es bis dahin zwar sicher, die Vergangenheit aufzuarbeiten und die kritischen Punkte darzulegen", meinte er. Für ein Konzept werde die Zeit aber nicht reichen.

Bürgermeister von Kirchbach konnte mitteilen, dass das "Z" die Verwendungsnachweise für die jährlichen städtischen Zuschüsse bis zum Jahr 2007 vorgelegt habe. Lediglich die Gewinn- und Verlustrechnung für 2007 fehle noch. Den Zuschuss für das erste Quartal 2009 hat das "Z" im Dezember auch erhalten. Die zweite Tranche, die aber ohnehin erst im April fällig würde, ist nun erst einmal ausgesetzt. Ob das wegen Altschulden finanziell unter Druck geratene Jugendzentrum bis dahin durchhalten kann, blieb am Donnerstag offen. Und: Der Ausschuss genehmigte 5000 Euro, damit ein Steuerberater sich die Zahlen des "Z" vornehmen kann.

Viele Fragen zum "Z" haben auch die Gemeinderäte – eine lange Liste legte Sebastian Müller (Junges Freiburg/ Die Grünen) vor. Er forderte das "Z" zur konstruktiven Mitarbeit auf: "Eine Verschleierungstaktik ist nicht hilfreich". Berthold Bock (CDU) verlangte von der Verwaltung einen Sachstandsbericht. Irene Vogel (Unabhängige Listen) warnte dagegen vor "autoritären Entscheidungen": "Junge Menschen müssen auch lernen können", meinte sie.

Werner Wagner, Ex-Chef des Polizeireviers Nord und Mitglied im Beirat des Z, brach eine Lanze für das Jugendzentrum und forderte eine generelle Sperrzeitenverkürzung, aus wirtschaftlichen Gründen. Bislang habe es immer nur eine verkürzte Sperrzeit für eine Veranstaltung pro Monat gegeben – aus gutem Grund, wie Bürgermeister von Kirchbach meinte, der die Frage stellte: "Wie unterscheidet sich das ,Z’ von einer kommerziellen Disco?"

Ein weiteres Thema ist die Zusammenarbeit des "Z" mit dem nach einer Drogenkontrolle geschlossenen "Liquid Club". Z-Veranstaltungen sollen vom Ex-Club-Pächter angeboten worden sein, der mit dem Liquid-Personal angetreten sei, berichten Besucher. Im Sommer hatte es im "Z" Probleme mit Drogen gegeben. Seit dem Austausch des Sicherheitsdienstes scheint die Sache im Griff zu sein: "Das Z ist seither auch nicht auffälliger als jeder andere Club", sagt die Polizei.

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[Dieser Artikel erschien am vergangenen Samstag im Freiburger Lokalteil der Badischen Zeitung.]