Interview

Wie es ist, in Freiburg eine Band zu gründen

Christina Strobel

Wenig Proberäume, viel Konkurrenz und der ewige Kampf um Auftritte: Die Freiburger Band Missing Steve stellt sich im fudder-Interview vor und erzählt, wie es ist, eine neue Band zu gründen.

fudder: Wie ist das so, eine neue Band zu gründen?

Jan (Gitarre): Wir haben wirklich drei Monate verzweifelt einen Schlagzeuger gesucht. Die Band zu gründen war einfach, also als wir nur zu zweit waren. Aber einen Schlagzeuger und einen Bassisten zu finden war sehr schwer.
Sebastian (Gitarre und Gesang): Jan und ich haben zuvor in einer Band gespielt, in der die anderen der Band nicht so motiviert und selten da waren. Dann haben wir erstmal für eineinhalb Jahre allein Musik gemacht. Unser jetziger Bassist Dustin kam dann aus einer anderen Band und ein halbes Jahr später kam Joachim dazu.
Joachim (Schlagzeug): Ich kam über eine Freundin zu der Band. Zuerst war ich mir unsicher, weil ich lange kein Schlagzeug mehr gespielt habe, aber ich dachte dann: Komm, ich hatte schon immer Bock auf eine Band.
Sebastian: Im August letztes Jahr haben wir dann angefangen zu proben und im Oktober hatten wir dann den ersten Gig zusammen. Ein paar Lieder hatten wir noch aus unserer Zeit als Band zu zweit, der Rest entstand im Proberaum.

Wie kamt ihr zu eurer Musikrichtung?

Sebastian: Wir haben eigentlich nie etwas dafür getan diese Musik zu spielen. Wir spielen halt Gitarren und es lag dann nahe, diese Musik zu spielen. Am Anfang haben wir Rock und Metal-Cover gespielt, als Jan und ich noch in einer anderen Band waren.
Joachim: Und natürlich, weil Rock und Metal einfach am geilsten sind! Wir hören das auch privat.



Eure Lieder schreibt ihr selbst?

Jan: Ja, genau. Durch die Banderfahrung vorher wussten wir songwriting-technisch schon, was wir machen.
Sebastian: Die Lieder kommen meistens einfach und wir sind dann auch zufrieden damit. Bei manchen Liedern haben wir schon das Schlagzeug am Anfang oder die Gitarre und probieren dazu einen Text. Die meisten Lieder kamen aber einfach durch das Zusammenspielen.

Wie zeitintensiv ist so eine Albumaufnahme?

Jan: Das ist schon sehr zeitintensiv. Wir hatten erstmal zwei Tage an denen wir nur Schlagzeug und ein bisschen Bass gemacht haben. Dann war ich vier Tage aufnehmen und hab die Gitarre gemacht und Sebastian mit dem Gesang ist noch dran.
Sebastian: Es ist mehr Aufwand, als wir dachten. Wir sind da optimistisch ran gegangen, aber es kam jetzt doch einiges zusammen. Wir haben teilweise zwei Stunden das gleiche Lied geprobt, weil eine Sache nicht gepasst hat. Wenn die Aufnahmen fertig sind dauert es bestimmt auch nochmal zwei Monate bis es dann ins Presswerk gehen kann. Das Album gibt es dann bei Spotify, bei den Gigs oder wenn man uns anschreibt. Im Juni /Juli wird es wahrscheinlich rauskommen.

Wie schwierig ist es einen Auftritt zu bekommen?

Joachim: Ich habe es mir schwerer vorgestellt. Es geht eigentlich.
Jan: Ja, weil du das Booking nicht machen musst!
Joachim: Stimmt ich bin zum Glück nicht der Booking-Master, aber ansonsten muss man halt Leute kennen.
Jan: Es läuft ganz viel über Connections, oder man bewirbt sich. Da ist es aber schwer, wobei wir den Bonus haben, dass unsere alte Band bei Veranstaltern bekannt war.
Sebastian: Zwischen Emmendingen und Lörrach sind viele Bands unterwegs. Wobei uns zu Ohren gekommen ist, dass es nicht so viele Bands unserer Musikrichtung gibt. Andere Musikrichtungen wie zum Beispiel Metalcore und Punk sind schon stark überlaufen in Freiburg.
Jan: Du schreibst halt oft auch Clubs an, die dann auch mal nicht antworten.



Wie schwer ist es einen Proberaum zu bekommen?

Jan: Es ist extrem schwer vor allem einen bezahlbaren zu bekommen. Wir proben gerade in Kollnau, was für uns nicht optimal ist.
Sebastian: Wir teilen uns den Proberaum mit einer anderen Band. Unter 100 Euro kommt man für einen Proberaum für einmal die Woche nicht hin. Wir haben jetzt in dem Raum in Kollnau den Vorteil, dass wir variabel da rein können. Bei den Proberäumen in Freiburg ist es oft so, dass im Mietvertrag ein Tag festgelegt wird. Da wir beruflich oder vom Studium her oft anders unterwegs sind, können wir nicht damit arbeiten, dass wir nur einen festgelegten Tag haben.

Was stellt ihr euch für die Zukunft eurer Band vor?

Jan: Nächstes Jahr spielen wir dann in Wacken mit Metallica als Vorband!
Sebastian: Bisher entwickelt es sich von Monat zu Monat ganz gut weiter und wenn das so bleibt dann müssen wir uns nicht viele Gedanken machen wie es in der Zukunft aussieht. Momentan haben wir das Gefühl, dass es von Probe zu Probe besser wird.
Jan: Wir sind aufeinander eingestimmt und lieben uns praktisch!
Auftritte

15.04.19 Missing Steve in der KTS
19.06.19 Missing Steve in der MensaBar beim Acoustic Slam