Wie die Warsteiner Galerie zusammen mit der ASF den Kaffeebecher-Müllberg kleiner machen will

Sabina Kist

Coffee-to-go: so praktisch, so lecker, so präsent im Straßenbild. 15 Minuten verbringt der Becher durchschnittlich in der Hand, danach hat er ausgedient und verursacht enorme Mengen an Abfall. Die Warsteiner Galerie geht dieses Problem nun mit der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) unter dem Motto "Pfandtastisch und müllfrei" an.

In Deutschland landen laut der Deutschen Umwelthilfe 7,6 Millionen Einwegbecher pro Tag im Müll. Führt man diese Rechnung weiter, wären dies alleine in Freiburg rund 20000 Becher pro Tag. „Die Becher sind im Straßenbild unübersehbar und hinterlassen täglich wahrzunehmende Spuren in der Stadt“, sagt Susanna Gill von der ASF. Auch viele der rund 50 Cafés und Bäckereien in der Freiburger Innenstadt haben dieses Problem erkannt und suchen nach Lösungen und Alternativen zu Einwegbechern. So können Kunden ihren Kaffee teilweise im eigenen Mehrwegbecher mitnehmen oder vor Ort einen solchen erwerben. Mit einem neuen Konzept möchte nun die Warsteiner Galerie in der Milchstraße das Problem „Einwegbecher“ angehen.


Zusammen mit der ASF haben sie einen Pfand-Kaffeebecher ausgewählt, der am Montag eingeführt werden soll. „Der Abfall von Einwegbechern ist ein Problem, das überall angekommen ist und überall wollen Lösungen gefunden werden“, sagt Christian Hoene, Inhaber der Warsteiner Galerie. Dessen Tochter Kathrin Hoene hatte im Rahmen einer Projektarbeit zum Thema „Nachhaltiger Coffee To-Go-Konsum“ ihrer Ausbildung zur Betriebswirtin Gastronomie die Idee zum Pfandbecher. Bei der Kooperation übernahm die ASF die intensive Suche nach einem geeigneten Mehrwegbecher. Nun ist er gefunden: ein kräftiges Türkis mit blauem Band, 400 Milliliter Füllhöhe, in Deutschland hergestellt, vollständig biologisch abbaubar. Der Hauptbestandteil der Becher ist ein Nebenprodukt der Papierherstellung und wird vom Hersteller „Baumsaft“ genannt. In der Hand fühlt sich der Becher trotzdem wie Kunststoff an.

Für einen Pfandbetrag von fünf Euro, was dem Anschaffungspreis der Becher entspricht, erhalten Kunden den Becher, und können ihn in der Warsteiner Galerie auch zurückgeben. Der Becher wird nach Gebrauch wieder gefüllt oder gespült. Aber auch eigene Mehrwegbecher der Kunden werden weiterhin befüllt.

Hier gibt es bei Gastronomen oft hygienische Bedenken. Auch das Amt für Öffentliche Ordnung in Freiburg hält Einwegbecher prinzipiell am hygienischsten. Doch: Es gibt keine genauen Vorschriften bezüglich des Einsatzes von Mehrwegbechern. Dies sei immer Sache des Hausherrn. Es müsse lediglich darauf geachtet werden, dass die Becher nicht in Berührung mit der Maschine komme. Auch könnten Kunden nicht darauf bestehen, dass der Kaffee in den selbstmitgebrachten Becher gefüllt werde.  Durch das Pfandsystem kann die Warsteiner Galerie dieses Problem umgehen. Die Anschaffungskosten der Becher wurden vom Lokal übernommen.

Die ASF übernahm lediglich die Kosten für den Aufdruck des Logos. „Wir unterstützen dieses Projekt gerne,“ sagt Michael Broglin, Geschäftsführer der ASF, „nicht nur Becher sondern Einwegverpackungen im Allgemeinen nehmen immer weiter zu und stellen die Stadtreinigung vor ein zunehmendes Problem.“ Deshalb soll diese Aktion kein Einzelfall bleiben sondern das Thema „Reduzierung von Einwegmüll“ weiterhin stärker begleitet werden.

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[Bild: Thomas Kunz]