BZ-Interview

Wie der Magier Willi Auerbach die Zauber-WM in Südkorea erlebte

Joshua Kocher

Der Waldkircher Illusionist Willi Auerbach, auch bekannt als "Magic Man" hat an der Zauber-WM in Südkorea teilgenommen. Im Interview erzählt er, warum seine Assistentin kurzzeitig verschwunden ist.

BZ: Herr Auerbach, haben Sie in Busan ein Kaninchen aus dem Zylinder gezogen? Oder was haben Sie dort aufgeführt?

Auerbach: Ich bin gemeinsam mit meiner Frau Elena und meiner Assistentin Jenna Benos mit dem "Rubiks-Cube-Trick" angetreten. Dabei lasse ich einen überdimensionierten Würfel erst schweben und dann meine Assistentin darin verschwinden. Sie spielt eine heimliche Geliebte, die ich vor meiner Frau verstecken muss.

BZ: Ihre Assistentin ist aber hoffentlich auch wieder aufgetaucht!

Auerbach: Ja, sie ist wieder aufgetaucht. Wir proben die Nummer seit anderthalb Jahren in meinem Zauber-Atelier in Kollnau. Es hat alles gut funktioniert, obwohl wir leichte Transportschäden an unseren Requisiten hatten.

Der "Rubiks Cube Act" im Video:

BZ: Wie wird denn überhaupt festgestellt, wer der beste Zauberer ist?

Auerbach: Die Jury bewertet die Darbietungen nach verschiedenen Kriterien. Da fließen die Requisiten mit ein, die Ausstrahlung, die Tanzeinlagen und vieles mehr. Das wird mit Punkten bewertet, die am Ende zusammengezählt werden. Für eine Platzierung muss man eine bestimmte Anzahl von Punkten erreichen. In unserer Kategorie "Großillusion" gab es in diesem Jahr weder einen ersten noch einen dritten Platz.

BZ: Das müssen Sie erklären.

Auerbach: Die Messlatte liegt bei der Zauber-WM erfahrungsgemäß sehr hoch. Es gewinnt nicht, wer die beste Aufführung beim Wettbewerb abliefert, sondern wer nach den Kriterien des Veranstalters die nötigen Punkte erreicht, die es für die jeweilige Platzierung benötigt. Wir haben sie leider ganz knapp verpasst.

BZ: Hat sich der Flug nach Südkorea trotzdem gelohnt?

Auerbach: Es war natürlich ein riesiger Aufwand – wir sind mit 700 Kilogramm Requisiten nach Südkorea geflogen. Dass wir nicht auf dem Podium gelandet sind, ist schade. Auch der Zeitpunkt unserer Aufführung war nicht optimal. Wir waren um 8.30 Uhr der erste Act am Morgen des vierten Tages. Da waren statt 2500 Zuschauern nur 700 bis 800 da. Das merkt man natürlich schon, auch wenn wir ein super Feedback bekommen haben. Es war dennoch eine große Ehre, dass wir dabei sein konnten.

BZ: Welcher Trick Ihrer Zauber-Kollegen hat Sie bei der WM denn am meisten begeistert?

Auerbach: Ich habe fast 100 Aufführungen angeschaut, das muss ich erst mal verarbeiten. Es gab eine sehr schöne Nummer, die auch den Gesamtwettbewerb gewonnen hat. Da kam ein Wasserstrahl von der Decke runter, der Magier hat daraus Glaskugeln gezaubert – sehr ästhetisch. Die Nummer hat zu Recht gewonnen.

BZ: Ertappen Sie sich sonst manchmal dabei, wie Sie im Alltag zaubern?

Auerbach: Ich kann zum Glück Privates und Berufliches sehr gut trennen. Wenn ich mich mit meinen Freunden treffe, dann bin ich Willi Auerbach. Das ist wichtig.
Willi Auerbach (38) ist in Waldkirch geboren, machte zuerst bei Sick eine Ausbildung zum Industriemechaniker und studierte Medien und Informationswesen an der Hochschule Offenburg. Seit 2009 ist er unter dem Namen "Magic Man" hauptberuflich Zauberer.

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