Wie bespreche ich meine Mailbox?

Betül Yaman

Thomas, 25, aus Bad Krozingen, fragt: "Ich tu mich schwer damit, die Mailbox meines Handys zu besprechen. Nur Computerstimme finde ich doof, es soll schon persönlich sein. Aber die meisten witzig gemeinten Ansagen bei Bekannten finde ich peinlich. Habt Ihr einen Tipp?"



Lieber Thomas,

was hältst du von folgendem Text:

„Hey. Ich bin momentan nicht persönlich erreichbar. Bin nämlich der einzige, der hier arbeitet. Ihr könnt mir eine Nachricht hinterlassen, wie immer nach dem Signalton. Tschöö.“


Generell ist gegen einen lustigen Spruch auf der Mailbox nichts einzuwenden. Bedingung sollte aber sein, dass der Anschluss nur privat genutzt wird. Sobald auch geschäftliche Anrufe eingehen, könnte das den Eindruck von dir trüben. Im schlimmsten Fall wartest du auf die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch und der potenzielle Arbeitgeber kann dich nicht persönlich erreichen. Stattdessen ist das erste, was er von dir hört, deine lustige Ansage, die er wohl eher unlustig findet. Es könnte deinem Image schaden oder der Ausschlag dafür sein, dich doch nicht einzuladen.

Auch wenn du deine Nummer nur privat nutzt, empfehle ich dir, dich immer mit deinem Namen vorzustellen. Jemand, der dich selten oder das erste Mal zu erreichen versucht, wird irritiert sein und sich fragen, ob er überhaupt die richtige Nummer gewählt hat.

Wähle auch die Sie-Form statt das Du, sobald du weißt, dass du auch geschäftliche Anrufe bekommen könntest.

Du merkst ja auch, inwieweit du mit deiner Ansage Ärgernis oder Irritation auslöst, wenn du darauf achtest, wie oft die Anrufer auflegen, ohne auf Band zu sprechen. Vielleicht beginnt ja einer noch seine Ansage mit: „Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin…“

Als Anrufer durfte ich mir auch schon Musik anhören, bevor ich auf Band sprechen konnte. Jedermanns Musikgeschmack zu treffen ist unmöglich. Wenn ich Musik hören will, lege ich eine CD ein.

Nicht jeder hat eine Flatrate, deshalb ärgert sich mancher über Ansage-Orgien auf der Mailbox und die so entstehenden Kosten. Ebenfalls möchte nicht jeder seine Zeit damit verbringen, sich irgendwelche lustig gemeinten Ansagen anzuhören, bevor er endlich den Grund für seinen Anruf angeben kann.

Nimm auch darauf Rücksicht und bleib sachlich und kurz.



Die Computerstimme von den Anbietern mit der vorgesagten Mobilfunknummer ist allerdings auch nicht zu empfehlen („Sie sind mit dem Anschluss 017…“). Ich persönlich weiß nie, ob das der richtige Anschluss ist und so weiß ich nie genau, ob ich den gemeinten Adressaten erreicht habe.

Mein Tipp: Ein kurzer Gruß, dann folgt dein Vor- und Nachname („Hier ist der Anschluss von…“ oder „Sie sind mit der Nummer von…verbunden“); du bist momentan leider nicht erreichbar und bittest, dass der Anrufer seine Nachricht auf Band hinterlassen soll.

Ein Rückrufversprechen solltest du nur dann geben, wenn du es einhalten kannst. Ansonsten kannst du auch sagen, wie oder wann du am besten erreichbar bist. Du bedankst dich für den Anruf. Zum Schluss einfach ein freundliches „Auf Wiederhören“.

Liebe Grüße Deine Betül