Wesmile.de: Ein Portal nur für gute Nachrichten

Annette Persch

Das Klo auf der Raumstation ISS funktioniert wieder, Küken können rechnen und vier deutsche Tennis-Profis sind bei den German Open eine Runde weiter – eine Auswahl der wichtigsten Nachrichten auf wesmile.de. Finanzkrisen, Waldbrände oder Unfälle findet man auf der Internetseite nicht. Außer, ihnen ist auch etwas Positives abzugewinnen.

  Rudi Carell sagte einmal: „Nachrichtensprecher fangen stets mit ,Guten Abend’ an und erklären dann 15 Minuten, dass es kein guter Abend ist.“


Jetzt gibt es im Internet eine Gegenbewegung zur gemeinhin negativen Berichterstattung. Die Online-Community wesmile.de veröffentlicht Positives aus aller Welt und allen Themenfeldern. Hier finden sich tagesaktuelle Nachrichten über die schönen Dinge im Leben, die es trotz aller Krisen noch gibt. So wird den Usern täglich fünf Minuten Positives geboten.

Und das macht sie ein bisschen glücklicher, hofft Sönke Toschka, der die Seite betreibt. Seit Jahren ist er genervt gewesen vom Überangebot an negativen Meldungen. Ihm war klar: Alle Menschen haben ein Grundbedürfnis nach guten Nachrichten – denn diese fördern positive Emotionen.

Der freiberufliche Berater las vorherrschende psychologische und soziologische Theorien, etwa den „Uses and Gratifications Approach“, die sogenannte „Mood Management Theorie“ und die „Kognitive Emotionstheorie“. Dort fand er Bestätigung: „Zusammenfassend kann man ableiten, dass die Nutzung von wesmile.de für jedermann attraktiv sein kann, um die eigene Laune positiv zu beeinflussen. Sei es zur Verstärkung einer guten Stimmung oder zur Verbesserung einer schlechten,“ erklärt Toschka.

Nach dem Vorbild erfolgreicher Social-News-Portale aus den USA wie Diggoder Newsvinebringen die registrierten Nutzer auf We Smile sämtliche Artikel selbst ein, bewerten und kommentieren diese.



Eine Redaktion gibt es nicht, da diese – so die Einstellung Toschkas – sonst die User mit der Vorgabe bestimmter Artikel bevormunden würde.Toschka greift in seiner Funktion als Betreiber nur dann regulierend ein, um zum Beispiel die Veröffentlichung gewaltverherrlichender Nachrichten zu unterbinden.

Seit dem Start im April dieses Jahres kamen auf wesmile.de bereits mehr als 1000 gute Nachrichten zusammen – für Toschka ein Beleg dafür, dass in jeder noch so schlechten Nachrichtenlage auch positive News gefunden werden können.

Er ist sich bewusst, dass diese optimistische Einstellung hier und da blauäugig daherkommt: „So gefällt mir auf den ersten Blick die Nachricht, dass Wendelin Wiedeking sein Geld stiften will. Aber klar kann man sich gleich die Frage stellen, aus welchen Beweggründen er das wirklich macht.“ Doch das sei weder Aufgabe noch Ziel von wesmile.de.

Toschkas Lieblingsnachricht der vergangenen Tage kommt übrigens aus dem medizinischen Bereich: „Die Geschichte über den Mann, der beide Arme transplantiert bekam und dadurch wieder seine Familie umarmen kann, hat mir wirklich gute Laune bereitet.“

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