Web-Radio Pandora sperrt deutsche Hörer aus

Markus Hofmann

Schlechte Nachrichten für alle Nutzer des Web 2.0-Internetradios Pandora, die nicht in Nordamerika leben. In wenigen Stunden werden die Betreiber der Plattform alle User, die von anderen Kontinenten aus auf Pandora zugreifen, bis auf weiteres aussperren. Der Grund: Lizenzprobleme.

Neben Last.fm ist Pandora der populärste Musik-Service im Web 2.0. Die Funktionsweise: Pandora analysiert den Musikgeschmack seiner Hörer. Ausgangspunkt ist eines der Lieblingslieder eines Hörers. Pandora spielt daraufhin ähnliche Songs, die dem User ebenfalls gefallen könnten. Im besten Fall entsteht so ein ganz individuelles Lieblingsradio.


Doch damit ist nun Schluss. Bereits gestern hat Pandora mit großem Bedauern all seine registrierten Nutzer darauf hingewiesen, dass der Dienst von Donnerstagabend an nur noch in Nordamerika (USA, Kanada) genutzt werden kann:


Today we have some extremely disappointing news to share with you. Due to international licensing constraints, we are deeply, deeply sorry to say that we must begin proactively preventing access to Pandora's streaming service for most countries outside of the U.S.


Der geographische Standort eines Users kann über seine IP-Adresse ermittelt werden. Die einzige Chance für deutsche Hörer, weiterhin Pandora zu nutzen, besteht darin, einen US-Proxy zu nutzen. Vielen Nicht-Experten wird das zu kompliziert sein.

Diese restriktive Politik Pandoras ist das Ergebnis urheberrechtlicher Zwänge. Konkret: Die Lizenzabkommen, die das US-Unternehmen abgeschlossen hat, gestatten es Pandora, Musik nur an US-Bürger zu übertragen. Um weltweit senden zu können, müsste Pandora mit jedem einzelnen nationalen Rechteinhaber einen Vertrag abschließen - ein ungeheuer aufwändiges Unterfangen.

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