Was ist Dein Stil, Felix?

Laura Wolfert

"Was ist Dein Stil?" – diese Frage stellen wir regelmäßig jungen Menschen in Südbaden. Heute: Felix aus Freiburg. Der 19-Jährige macht eine Ausbildung zum Grafik-Designer und kreiert seine eigenen Klamotten.

Fudder: Du hast Dich für die Stilfrage gemeldet – warum?

Felix: Es gibt verschiedene Stile und ich finde es immer interessant, wenn sich Leute nicht ganz so auffällig kleiden, aber durch kleine Dinge herausstechen.


Fudder: Was sind Deine "kleinen Dinge", die Dich ausmachen?

Felix: Meine Haare. Ansonsten: Ich versuche eine Mischung aus verschiedenen Stilen. Die Kette ist ja eher "Azzlack-Style", aber mit meinen anderen Anziehsachen versuche ich, gleichzeitig etwas Tumblr-mäßig zu wirken. Ich verstehe darunter wenig bunte Anziehsachen und ein bisschen UK-Style. Man sieht das rote Muster in meiner Jacke – das meine ich damit.

Fudder: Deine Haare sind Dir wichtig – wer darf sie anfassen?

Felix: Kommt immer darauf an. Auf Partys sind es irgendwelche Leute, die meine Haare durchwuscheln. Normalerweise darf da aber keiner ran – außer ich. Ein guter Freund von mir schneidet die. Sollte das nicht ganz geklappt haben, gehe ich auch mal zum Friseur.

"Ich versuche, zu provozieren."


Fudder: Wo kaufst Du Deine Anziehsachen – legst Du Wert auf teure Kleidung?

Felix: Nein! Ich kaufe das, was mir gefällt. Wenn es mal mehr kostet, kaufe ich es vielleicht trotzdem – ist es günstig: umso besser. Die Hose habe ich aus dem H&M. Ich finde sie aber passend, bequem. Ich trage eigentlich nie "breitere" Hosen, bevorzuge Skinny-Jeans.

Fudder: Was sollte ein Mann niemals tragen?

Felix: Die Standardantwort: rote Schuhe und dieses lange Hip-Hop-Shirt, das Fußballer häufig tragen. Was Mainstream ist, finde ich irgendwie scheiße – aber was ist denn schon Mainstream?

Fudder: Du sagst, Du machst eine Ausbildung zum Grafiker – gestaltest Du deine Anziehsachen selber?

Felix: Das Shirt, das ich trage, habe ich selbst designt. Ich mache gerade eine eigene, kleine "Firma" auf, die Schwebkraft heißt – mit Design und Fotografien. Da designe ich auch ein paar Anziehsachen, beziehungsweise das, was aufgedruckt wird.

Fudder: Auf Deinem Shirt steht "Suck my Pencil"…

Felix: Klar, es provoziert. Ich finde es auch gut, wenn Leute dazu etwas sagen. Eigentlich ist es nicht wirklich anzüglich gemeint, ich will damit keinen beleidigen. Ich finde es aber gerade lustig, wenn sich Leute darüber aufregen. Da steht eben nicht "dick", sondern "pencil" und das hat einen Bezug zu Design, Kunst – das, was ich mache.

Fudder: Was ziehst Du an, wenn Du feiern gehst – wird es dann schicker statt rockiger?

Felix: Unter der Woche trage ich meistens eine Jogginghose, am Wochenende sind Jeans für mich Pflicht. Aber nur dunkle Jeans! Wenn ich feiern gehe, mache ich mir manchmal auch Neon-Farbe in mein Gesicht. Ich versuche, zu provozieren. Letztens habe ich mir auf meine Hand schwarze Striche gemalt und "Cut here" geschrieben.