Stilfrage

Was ist Dein Stil, Deborah?

Lisa Petrich

"Was ist Dein Stil?" – diese Frage stellen wir regelmäßig jungen Menschen in Südbaden. Heute: Die 22-jährige Deborah. Sie studiert Medienkulturwissenschaft und Soziologie und mag es, wenn Kleidung ihren Zweck erfüllt und zur Persönlichkeit passt.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Bunt und besonders. Einzelteile, die nicht jeder hat, vielleicht aus dem Secondhand-Laden. Mein Stil soll leger, bequem und sportlich sein und seinen Zweck erfüllen.

Kannst du mir etwas zu deinen bunten Schuhen erzählen?

Diese Schuhe liebe ich. Die sind superwarm und dicht und heißen "Nepal Boots", was ganz witzig ist, weil ich schon in Nepal war.

Die passen auch perfekt zu deiner Jacke, woher hast du die?

Das ist eine Snowboard-Jacke aus einem Laden in Oberstdorf, der "Alp-Traum" heißt (lacht). Die fand ich toll, weil sie bunt und sportlich ist. Ich ziehe sie zum Snowboarden an.

Seit wann trägst Du Deine Nasen-Piercings?

Einen habe ich ganz rebellisch am 18. Geburtstag stechen lassen, den anderen in Spanien während meines Erasmus-Semesters. Damals war das Septum-Piercing Mode. Ich bin großer Piercing-Fan! Aber ich muss aufpassen, dass nicht das ganze Gesicht voll wird. Aber ich überlege mir, ein Tattoo stechen zu lassen.

Unter deiner Mütze versteckt sich ein Sidecut. Hast du den schon länger?

Den Sidecut habe ich seit rund einem Jahr. Im Winter muss ich ihn allerdings mit Mützen und Stirnbändern verdecken, damit mir nicht der Kopf abfriert. Die Inspiration dafür kam mir in Freiburg.

Hat Freiburg Deinen Stil inspiriert?

Ja, Freiburg hat mich geprägt und beeinflusst. Ich mache gerne Outdoor-Sportarten wie Klettern, Wandern und Mountainbiken, auch das inspiriert meinen Stil. Ich mag diesen Freiburger Öko-Stil aus Bunt, Birkenstock und nachhaltig.

Wo kaufst du ein, wenn du nachhaltige Klamotten suchst?

Im "Zündstoff" hinter der UB. Ich gehe auch auf Kleidertausch-Partys oder Vintage-Flohmärkte. Ansonsten gibt es ein paar Secondhand-Läden wie den "Schlepprock" in der Innenstadt, und wenn ich da nichts finde, gebe ich auch gerne mal ein bisschen mehr Geld aus für Marken, die nachhaltig produzieren. Natürlich schafft man es nicht immer, darauf zu achten, gerade mit Studentenbudget, aber ich versuche es immer mehr.

Was ist für dich ein Fashion-No-Go?

Wenn das Kleidungsstück nicht der Funktion entspricht. Ich würde jetzt im Winter keine Knöchel-Hosen anziehen, einfach weil ich es zu kalt finde. Oder hier auf Freiburgs Pflastersteinen mit High Heels herumlaufen. Ich würde keinem Trend nachlaufen, der keinen Sinn macht. Ansonsten finde ich es cool, wenn Leute mutig sind und etwas wagen, vor allem, wenn sie dabei sie selbst sind. Übertriebenes Schminken oder Verkleiden mag ich nicht.

Wie siehst du deinen Stil in zehn Jahren?

Ich hoffe, der wird nicht spießig sein! Ich denke, ich bin in zehn Jahren vielleicht nicht mehr so quirlig bunt, aber hoffentlich ist mein Stil trotzdem noch sportlich, farbenfroh und entspannt. Wenn etwas cool aussieht und gleichzeitig bequem zu tragen ist, finde ich es perfekt. Dann fühlt man sich wohl und zwängt sich nicht in irgendetwas rein, was man eigentlich gar nicht mag.