Fußball-WM

Was ging beim...WM-Finale-Gucken in der Leonardo Bar?

Leah Biebert

Wie das WM-Finale Kroatien gegen Frankreich ausgegangen ist, das wissen wir am heutigen Montag alle. In der Leonardo Bar im Stühlinger haben Freiburgs Kroaten mit ihrer Mannschaft mitgefiebert – und die Emotionen raus gelassen.

Fan-Check

Die rot-weiß karierten Trikots der kroatischen Fans sind schon von Weitem zu sehen. Unter ihnen sind alle Generationen vertreten – von den ganz Kleinen im passenden Strampler bis hin zu den älteren Herren mit angegrautem Haar, die das Spiel ihrer Mannschaft zurückgelehnt und mit kritischem Blick verfolgen.

Anpfiff

Die Hymne wird aus vollem Herzen mitgesungen, die Mannschaftsaufstellung mit angemessenem Applaus zur Kenntnis genommen und nach dem Anstoß nicht lange gefackelt: Freiburgs Kroaten sind von der ersten Spielminute an konzentriert bei ihrer Mannschaft.

Fail

Drinnen läuft die Übertragung des ZDF, draußen ein kroatischer Sender – dummerweise mit einer Verzögerung von gut eineinhalb Minuten. Und als die Franzosen zum 3:1 treffen, fängt es auch noch an zu regnen.

Die Fankurve

Die rot-weiß-blaue Wand sitzt dicht gedrängt auf den beigen Sofas im Eingangsbereich der Bar, holländisches Bier in den Händen. "Nein, nein!", streiten sie den Handelfmeter ab. "Was soll die Scheiße?!" Doch als der Ausgleich für Kroatien fällt, wird es ohrenbetäubend laut. Alles springt von den Sitzen auf, die Arme fliegen in die Höhe, der Freude wird durch einen Schlag gegen das Fenster Luft gemacht.

Abpfiff

In den letzten Minuten des Spiels ist der Frust deutlich zu spüren. Da fliegen auch Gegenstände Richtung Fernseher, der angehende Weltmeister und der deutsche Kommentator werden wortstark verhöhnt. Zum Schlusspfiff erklingt von draußen respektvoller Applaus. Drinnen macht sich zunächst Enttäuschung breit. Betrübt verfolgen die Kinder, die aufgemalten Flaggen auf ihren Wangen sind längt verschmiert, den Siegesjubel der Franzosen.

Auf der Straße jedoch wird den Emotionen freien Lauf gelassen: Ein Bengalo landet gar im Vorgarten der Nachbarn, eine Bierflasche verfehlt nur knapp ein Auto, das mit wehender Trikolore vorbei fährt. Böller knallen – und dazu wird lautstark geflucht.

Fazit

Viel Herzblut haben die Kroaten bei diesem aufregenden WM-Finale in die Unterstützung ihrer Mannschaft gesteckt und dabei ihr umfangreiches Vokabular an Schimpfwörtern unter Beweis gestellt. Ein familiärer Fußballabend, der leider in weniger schönen Szenen endete.