Was ging bei…’Türkei mal anders’ in der Mensabar?

Andreas Braun

Von politischen Spannungen und der aktuellen politischen Lage in der Türkei war in der Mensabar nichts zu spüren. Die Gäste feierten bei türkischem Essen, Tanz und Musik ein deutsch-türkisches Freundschaftsfest.

Der erste Eindruck

Orientalische Talismane, Nazar Boncouk, sollen vor bösen Blicken schützen. Auch in der Türkei sind diese blau-weißen Amulette weit verbreitet und deshalb waren sie auch beim Türkeiabend zu bestaunen. An diesem Abend zogen aber vor allem die Musiker und Tänzer auf der Bühne die Blicke der zahlreichen Gäste auf sich. Zuvor mussten die Zuschauer allerdings noch in einer langen Schlange vor der Mensa warten. Der Ansturm auf das orientalische Fest war in diesem Jahr besonders groß.

Die Stimmung

Eine Mischung aus gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre, Markt und Konzert. Vor allem aber war sie verdammt gut – und das so ziemlich den gesamten Abend über. Anders lässt es sich nicht erklären, dass zum Schluss selbst die Moderatoren mittanzten. Dabei hatte der Abend zunächst noch verhältnismäßig ruhig begonnen.

Die Musik und das Essen

Gekonnt und charmant führten Zelina Sahintürk und Önder Kilic durch das Programm, das sowohl Volkstänze und Volksmusik, als auch wissenswerte Infos zur Türkei bereithielt. Mitwippen, mittanzen oder mitsingen war ausdrücklich erlaubt – auch, was Gruppentänze angeht. Eher scheue Deutsche stürmten gegen Ende auf die Tanzfläche, als DJ Aladin dort die Regie übernahm.

Gleich zu Beginn bildeten sich in der übervollen Mensabar lange Schlangen an den Essens- und Getränkeständen. Zur Wahl standen Cola und Freiburger oder Schwarztee und Couscous. Klar, dass sich so ziemlich alle Gäste für die türkische Verpflegung entschieden und Couscous und Börek schnell vergriffen waren. Wem das noch nicht reichte, konnte auch Shisha rauchen – und ganz ehrlich…wann kann man das schon mal in der Mensa?

Das Publikum

Ebenso bunt wie das Programm waren die Gäste. Viele Studierende aus Deutschland und der Türkei, aber auch Internationals waren gekommen, um einen türkischen Abend zu verbringen. Auf rund 400 Besucher schätzte Andreas Vögele, Leiter des Internationalen Clubs, die Zahl der Gäste, für die längst nicht alle Stühle ausreichten. Zusammen mit vielen weiteren Interessierten, oft auch mit türkischen Wurzeln, sorgten sie für einen Lärmpegel, unter dem dann allerdings doch der ein oder andere Auftritt litt.

Überraschend neu gelernt

Es gab viel über die Türkei zu erfahren, ein Land, von dem viele Deutsche denken, sie würden es aus dem Urlaub bereits bestens kennen. Oder wusstest du…

…dass die Türkei, als islamisches Land, bereits 1934 das Frauenwahlrecht einführte und damit zum Beispiel Frankreich ein Jahrzehnt voraus war?

…dass es einen "türkischen Schwarzwald" gibt? Zumindest sehen die dicht bewachsenen Berge rund um Rize, einem Teeanbaugebiet, unserem Lieblingswald verblüffend ähnlich.

Zum Schluss

Bis zum nächsten Mal. Es lohnt sich definitiv, für ein paar Stunden in eine andere Kultur reinzuschnuppern. Das gilt nicht nur für den Türkischen Abend, für den die Veranstalter so einiges aufgefahren haben, sondern auch für alle anderen internationale Clubabende. Als Mitglied im Internationalen Club geht das sogar kostenlos.

Als nächstes stehen an

  • 11. Mai Erasmus Party
  • 18. Mai Irland Abend
  • 23. Mai Chinesisches Duanwu Fest/ Drachenbootfest