Was ging bei ... Jeremy Mage im Sedancafé?

Lena Prisner

Er ist aus New York, er hat einen Grammy gewonnen, er ist Singer/Songwriter: Auch wenn - wahrscheinlich - kaum jemand Jeremy Mage kannte, reichten diese Eckdaten aus, um das Sedancafé am Samstagabend voll zu machen. Wie das Konzert war:



Der Künstler

Jeremy Mage ist ein New Yorker Musiker. Seit er 8 Jahre alt ist, macht er Musik – bisher immer mit anderen zusammen. Jetzt hat er sich an sein erstes Soloprojekt gewagt. Er selbst bezeichnet seine Musik als „psychedelic singer-songwriter“. Anscheinend hat er für irgendwas sogar mal einen Grammy gewonnen.

Die Stage

Eine Bühne gibt es eigentlich nicht, nur eine Ecke, die Jeremy für sich reserviert hat. Er sitzt auf einem Barhocker, neben ihm sein Laptop, mit dem er ab und zu Töne und Geräusche aufnimmt und dann für den Song verwendet. Mit Gitarre und Melodica ausgestattet, kann er dem Publikum fast die Hand reichen, so nah ist er. Zwei Musiker unterstützen ihn mit Trommel und E-Gitarre.

Die Crowd

Berlineskes Publikum. Locker, aber gut gekleidete Menschen hauptsächlich bologna-studentischen Alters. Sie essen Quiche und trinken Tee oder Limo, machen es sich auf dem Boden gemütlich. Daniel, einer aus der Crowd, zeigt uns seine soulige Stimme, als er Jeremy bei einem Lied spontan unterstützt.

Was in Erinnerung bleiben wird

Als Jeremy seiner Frau einen Song widmet, singt er "Priska, you drank all of my Whiskey", während sie grinsend am Rand des Raumes sitzt und zur Musik wippt.

Fail

Es geht um ein Lied über den Tod. Jeremy versucht, uns das anhand eines Beispiels zu erklären. Er sagt, die Diskokugel, zum Beispiel, sei hier schon immer, „since the beginning of the beginning, right?“ Niemand weiß so recht, wie man mit dieser Metapher umgehen soll. Will er uns sagen, dass die Diskokugel bald stirbt? Kurzzeitige Verwirrung.

Pauschalbewertung

Das Sedan Café ist die richtige Location für ein gemütliches Konzert wie dieses. Die Musik entspannend, nicht der ganz große Geheimtipp, aber durchaus geeignet, um sich einen netten Abend zu machen. Der Künstler wirkt durch seine schüchterne Art sympathisch und schafft Nähe zum Publikum, indem er es miteinbezieht und zum Mitsingen animiert. Ein Abend ohne Überraschungen, aber mit reichlich Feel-Good-Atmosphäre.

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