Was ging bei Diane Cluck im Wheit Rabbit?

Isabelle Galioit

Anti-Folk aus den USA: Das gab's am Sonntagabend im Wheit Rabbit. Diane Cluck spielte dort nämlich - und verzauberte die Crowd mit ihrem feenartigen Auftreten. fudder-Autorin Isabelle Galioit war begeistert:



Die Vorband

Den musikalischen Einstieg bildet der Auftritt von lizzylovesparwaneh. Lizzy und Parwaneh, das sind zwei junge Freibürgerinnen. Ihr Programm besteht aus selber geschriebenen Songs, abwechselnd je ein von Lizzy und je ein von Parwaneh geschriebenes Stück in überwiegend englischer, aber auch deutscher Sprache und ein Cover von „Amazing Grace“. Aus dem besonderen Anlass des Muttertages, widmen die beiden Damen ihren sich im Publikum befindlichen Müttern ein volkstümliches Lied aus dem 19. Jahrhundert „Es saß ein klein wild Vögelein“. Sie betören durch traurige, nachdenkliche, aber auch witzige Texte, gemalt in ihren schönen, unterschiedlichen Stimmfarben. Jede der beiden spielt Gitarre, musiziert mit Klangkugeln, sogar eine Ocean Drum wird verwendet. Die Message der beiden ist klar: Es geht um starke Frauen, die für ihre Rechte einstehen.

Diane Cluck

Um eine starke Frau handelt es sich bei Diane Cluck ebenso. Die aus einer Amish-Familie stammende Amerikanerin, derzeit wohnhaft in New York, bedankte sich bei dem Publikum für seine „kindness“ und dafür, wieder nach Freiburg eingeladen worden zu sein. Sie habe sehr die sommerlichen Temperaturen genossen, nachdem sie am selben Morgen in Winterkleidung aus Oslo angereist kam, Diane Cluck spricht leise, aber bestimmt. Sie bittet das Publikum, ihr mit  Fingerschnipsen als Percussion zu dienen und lässt sich von anfänglichen Technik-Problemen nicht beirren. Nach jedem ihrer Songs huscht ihr ein dezentes Lächeln über die Lippen. Sie scheint aus einer Traumwelt zurückzukommen. So fühlen sich ihre Songs auch an. Ihr zartes Gitarrenspiel und die phantastische Stimme, die vereinzelt an Joan Baez erinnert, nehmen das Publikum mit auf eine Reise. Wohin, das ist für jeden  unterschiedlich.

Diane Cluck, die Anti-Folk-Sängerin

Diane Cluck, welche sich autodidakt sowohl das Gitarren-, als auch Zither- und Xylophonspiel, die sie alle an diesem Abend zum Besten gibt, beigebracht hat, gilt als eine der Hauptvertreterinnen der Anti-Folk-Szene. Anti-Folk beschreibt eine Bewegung, entstanden in den 60er Jahren, welche Singer-Songwritern Raum lässt, so zu spielen und solche Themen in ihren Songs zu behandeln, wie sie es wollen. In dem Sinne ist es also kein Genre, da es zu viel Platz für nur eine Schublade lässt, es ist quasi ein Anti-Genre. Neben Diane Cluck die wichtigsten Vertreter sind wohl die Moldy Peaches, welche sich in besonders einem Punkt mit Diane ähneln und zwar der Tatsache, dass sie nicht kategorisierbar sind.

Diane Cluck und das Publikum

Sie fragt mehrfach das Publikum nach Songwünschen und kommt diesen auch nach, sofern sie die dafür benötigten Instrumente zur Hand hat. Nach einer befriedigenden Zugabe lädt sie das Publikum auf einen Plausch an ihrem Stand ein, an welchem sie CDs und selbst designte Taschen verkauft. Was kann diese Frau nicht?, fragten sich die Gäste? Was sie auf jeden Fall kann, ist zauberhaft singen, hervorragend Gitarre spielen, das Publikum ihr zu Füßen liegend machen und definitiv jederzeit wieder nach Freiburg kommen.

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[Foto: Promo]