White Rabbit

Was ging bei … der Demo für den Erhalt der Freiburger Subkultur?

Anika Maldacker

Das Clubsterben in Freiburg könnte mit dem drohenden Verlust des White Rabbit weitergehen. Die IG Subkultur hat aus diesem Anlass eine Demo für den Erhalt der Freiburger Subkultur organisiert. fudder lief mit.

Die Stage

Die höchste Steininsel auf dem Platz der Alten Synagoge dient als Bühne für die ersten Redebeiträge. Danach zieht die Demo über die Rempartstraße am ehemaligen KGB vorbei, dann dient der Bertoldsbrunnen als Bühne und zuletzt der Europaplatz.

Die Redner

Atai Keller, Stadtrat für die Unabhängige Liste, spricht nach einer Begrüßung zuerst. "Eine Stadt ohne Clubs hat kein gutes Nachtleben mehr", ruft er den rund 500 Demonstranten zu. Die jubeln, trommeln und pfeifen. "Wir müssen aufpassen, dass wir keine Kälte produzieren bei aller Boulevardisierung", sagt Keller noch. Er fordert: ein Moratorium für die Neuvermietung des White Rabbit.

Nach dem Redebeitrag von Winfried "Winnie" Lutz, ehemaliger Kyosk-Betreiber, der noch auf die Geschichte des Platzes hinweist, spielt die Band Matou Noir, die ihre ersten Auftritte unter anderem im White Rabbit hatte, das "White-Rabbit-Lied".

Sergio Schmidt, Stadtrat der JPG Fraktion und Rainer "Richy" Rieckmann vom Verein Multicore sprechen am Bertoldsbrunnen. Rieckmann ruft die Menge dazu auf, in die Clubs zu gehen. "Wenn keiner mehr hingeht, muss man sich nicht wundern, wenn die Clubs dicht machen", sagt er. Applaus.

Am Europaplatz spricht dann Robert Ribeiro von Lucky Booking und Artur Frei von der IG Subkultur.

Die Crowd

Gekommen sind laut Polizei knapp 500 Demonstranten. Diese wollen zeigen, dass es ihnen nicht egal ist, wenn in Freiburg Clubs schließen müssen. Dreadlocks- , Aladinhosen-Träger und Fahrradschieber sind dabei. Auch eine Trommelband, die für Stimmung beim Marsch durch die Altstadt sorgt. Auf Plakaten fordern die Demonstranten: "Subkultur braucht Raum" oder "Hase bleibt".

Die Stimmung

"Spießer vertreiben, Nachtkultur muss bleiben" oder "Hase bleibt" skandieren die Demonstranten. Es wird getrommelt, getanzt, die verdutzten Passanten aufgeklärt und aufgepasst, dass man nicht von der Straßenbahn überfahren wird.

Fail

Der Mittvierziger am Straßenrand, der fragt, was da los sei und auf die Antwort nur sagt: "White Rabbit? Kenn ich nicht."

Top

Ein Demo-Teilnehmer erklärt einem Passanten den Zweck der Versammlung: "Wir möchten zeigen, dass es der Mehrheit der Stadt nicht egal ist, wenn so ein Club zumacht", sagt er.

Auch die Veranstalter der IG Subkultur erzählen, dass bei der Route über die Kaiser-Joseph-Straße einige Passanten neugierig gefragt haben, was denn los sei und sich der Demo angeschlossen hätten.

Frierfaktor

Es war eiskalt. Erstaunlicherweise sind dennoch so viele Demonstranten gekommen. Das hat sogar die IG Subkultur als Veranstalter überrascht.

Pauschalurteil

Die Veranstalter sind sehr zufrieden mit der Demo und der Teilnehmerzahl. Es ist wichtig, dass mobilisiert wird gegen das Clubsterben und dass die Freiburger durch solche Demonstrationen davon mitbekommen. Alle Beteiligten sollten jedoch vorsichtig sein, wenn sie die Gründe für das Clubsterben suchen und benennen wollen. Nicht immer ist in erster Linie Gentrifizierung das Schlagwort, wenn ein Club zumachen muss.



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