Was ging bei … Chuckamuck im Räng Teng Teng?

Simon Langemann

Chuckamuck im Räng Teng Teng: Da kommt schon rein namentlich zusammen, was zusammen gehört. Fudder-Autor Simon Langemann war beim Konzert der Berliner dabei.

Die Rahmenbedingungen

Der Veranstalter kündigt die Berliner als "Bubblegum-Garage-Helden" an und verpasst ihnen das Etikett "Rotzbengel-Rock" – ein treffendes Briefing für das, was einen an diesem Abend erwartet.

Vor der Show

Oska, Lorenz (beide Gesang und Gitarre) und Jiles (Drums) stehen vor der Bühne und lauschen ihrem psychedelisch angehauchten Supportact The Gondors, jenem Trio um Ziggy Alcalai, der bei Chuckamuck seit Neuestem als Live-Mitglied die Tasteninstrumente bedient. Eine geteilte Zigarette wandert auf die Bühne und wieder zurück. Das Rock’n’Roll-Klischee, dass einen endlose Autobahnfahrten, eng eingepfercht im Sprinter, zur Gang zusammenschweißen, liegt herzerwärmend nahe.

Die Typen

Oska: Das verschmitzt höfliche Band-Sprachrohr. Lorenz: Der leicht traurig dreinblickende, dreitagebärtige Mitmusiker. Jiles: Der coole, etwas abseitige Mitschüler aus der 13. Klasse. Ziggy: Der entspannte, souveräne Hänger. So in etwa ließen sich die Rollen verteilen – bis Chuckamuck die Bühne betreten. Lorenz taucht plötzlich in kurz geschnittener Radlerhose auf, Jiles entblößt nach ein paar Songs seinen Oberkörper, Oska tut es ihm später gleich. Kurz gesagt: Rampensäue.

Die Musik

Macht Laune, egal, ob in Form von schmutzigem Garagenpunk oder hübsch Gitarren-verzierten Lovesongs. Man könnte Chuckamuck an einem schlechten Tag vermutlich genauso gut als furchtbar anstrengend empfinden. Doch lässt man sich drauf ein, spielt hier genau die richtige Band am richtigen Ort am richtigen Abend.

Fail

Etwas voller könnte es schon sein, dafür dass es ein verregneter Donnerstag ist und Konzerte mit gewissem Untergrund-Charme in Freiburg doch eigentlich eine Art Stammpublikum genießen. Der Stimmung schadet das jedoch nicht. Im Gegenteil, zwei bis drei Leute lassen sich sogar zum einsamen Pogo hinreißen.

Geil

Die Cover-Version von "Die Erde wird der schönste Platz im All", einem Kultsong der Berliner Band Mutter aus dem Jahr 1994. Den Reizen des Orginals (weltumarmender Refrain in ewiger Dauerschleife, exzessiv performender Sänger) fügen Chuckamuck zwar nichts hinzu – aber manchmal genügt das eben.

Kassensturz

2,50 Euro das Bier, 10 Euro die Abendkasse – faire Preise, angesichts des gebotenen Spektakels.

Meine 15 Sekunden Ruhm

Ein aufgeregter Mittdreißiger lässt sich begeistert durch die tanzende Menge treiben, filmt die Show gefühlt ununterbrochen mit seinem iPhone, gibt sich bei mir als Freund der Band aus – und fragt: "Kannst du mal kurz die Kamera halten? Ich muss pissen."

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