Was ging bei … Black Oak im Swamp?

Katharina Kiefel

Ein Konzert ohne Schnickschnack und Showgesten hat das Duo Black Oak am Dienstag im Swamp gespielt. Warum die beiden Niederländer am Abend auf einmal ein Fahrrad brauchten, berichtet fudder-Autorin Katharina Kiefel in ihrer Rezension.

Der erste Eindruck

Unscheinbar wirken Black Oak, also Geert van der Velde und Thijs Kuijken, als sie aus der Mitte des Publikums die Bühne für ihren Gig betreten. Thijs nimmt eine fast schüchterne Körperhaltung ein, da er überwiegend mit den Händen hinter dem Rücken verschränkt steht. Er überzeugt vom ersten Moment an mit seiner Stimme. Diese klingt intensiv, raumfüllend, erzeugt eine träumerisch-schwelgende Atmosphäre; in Kombination mit dem Gesang von Geert erzeugt sie etwas Magisches, das das Freiburger Publikum in den Bann zieht. Nach den ersten beiden Songs begrüßen die beiden das Publikum: "Hey guys, how you’re feeling today? Hot?" Unter lautem Gelächter applaudiert die Crowd, die im Swamp bei gefühlten 50° steht.

Video: Hello Piedpiper and Black Oak Live at Swamp Freiburg (Kommode 1)



Die Stage

Von einer "stage" zu sprechen wäre im Swamp etwas zu viel des Guten. Die zwei auf drei Meter große Erhöhung mit Wohnzimmerteppich-Deko schafft eine heimelige Wohnzimmer-Atmosphäre. Familiär, persönlich, ohne viel Schnickschnack.

Die Musik

Black Oak ist die wahrscheinlich einzige und erste Folk-Supergroup aus den Niederlanden, also eine Musikgruppe, deren Mitglieder bereits davor schon als Solokünstler erfolgreich gewesen waren. Im Fall von Black Oak haben die beiden Musiker Geert van der Velde und Thijs Kuijken als The Black Atlantic und I am Oak bereits Erfolge als Songwriter und Solokünstler gefeiert. Bei Black Oak nun trifft die schwere Melancholie, wie man sie von The Black Atlantic kennt, auf die perkussive, treibende Experimentierfreude von I am Oak.

Die letzten eineinhalb Jahre haben Black Oak damit verbracht, an ihrem neuen Album Equinox zu feilen. Darauf glänzen sie mit ihren Singer- und Songwriter Skills und machen moderne Popmusik mit einem Folk-basierten Untergrund zu einem musikalischen Erlebnis. Mit Elementen aus amerikanischer und britischer Folk-Tradition erinnern einige Stücke des neuen Albums an Neil Young oder an die Fleet Foxes. Dennoch wirkt die Musik von Black Oak nicht altbacken oder diese Künstler nachahmend.

Die Show

Einige Male schon haben The Black Atlantic und I am Oak im Swamp gespielt – immer in einem rappelvollen Raum mit komplett ausverkauften Konzerten. Zurecht. Auch dieses Mal überzeugen Black Oak ohne viel Schnickschnack und Show mit ihrem guten Sound und ihrer sympathischen Ausstrahlung. Das Publikum summt mit, wippt im Takt und lässt Black Oak nicht ohne minutenlangen Applaus und zwei weitere Zugaben nach Hause gehen.

Die Crowd

Apropos Crowd: vorwiegend Indie-Folk-Fans in den 20ern und 30ern. Bärte, bedruckte Shirts mit den Namen diverser Indie-Bands, Regenbogen-Batik und der schwarze Hut à la James Bay. Alles ist dabei. Eins ist allen gemeinsam: Der Sinn für guten Folk.

In der ersten Reihe schäkern die Mädels mit den zwei Niederländern, in den hinteren Reihen wippen die coolen Jungs entspannt mit. Am Ende des Abends haben alle noch die Gelegenheit genutzt, mit der Band zu plaudern, Bier zu trinken oder ihnen Musik abzukaufen.

Szene des Abends

Bei kühlem Bier und einem angenehm lauen Lüftchen plaudert das Publikum im Anschluss an das Konzert noch mit der Band, sinniert über Freiburg und bedauert das Ende der Konzerttour. Auf einmal fragen Thijs und Geert nach einem Fahrrad. Diese wollten nämlich ihren Schlüssel aus ihrem Hotel abholen, um später am Abend wieder hinein zu kommen. Das alles, um noch länger mit ihren Fans zu plaudern und den Abend ausklingen zu lassen. Wenn das mal keine Fanliebe ist.

Kassensturz

Für 13 Euro an der Abendkasse bekam man an diesem Dienstagabend super Musik geboten.

Fazit

Black Oak geben ein Konzert voller warmer, einladender Klänge, die teilweise melancholisch und verträumt wirken. Große Songwriterkunst. Bis zum nächsten Mal, Black Oak!