Was ging bei … Amy MacDonald auf dem ZMF

Katie Beach

Der Ohrwurm "This is the Life" machte die schottische Sängerin Amy Macdonald berühmt. Wie ihr Auftritt im Zirkuszelt war und warum die Freiburger zum "Publikum des Sommers" gekürt wurden.

Das Publikum

Was sofort auffällt: Das Publikum ist sehr durchmischt. Grauhaarige Männer, junge Mädels mit ihren Eltern, Studis, Pärchen. Von 16 bis 60 ist alles dabei. "Habt ihr Lust Party zu machen?" fragt Amy Macdonald mit ihrem schottischen Akzent ihre Fans. Und ja, das haben sie! Die Stimmung ist gigantisch, weil wirklich alle mitfeiern. Von der ersten bis zur letzten Reihe klatschen, pfeifen und wippen die Zuschauer. Nur sehr textsicher sind sie nicht. Immerhin: Den Refrain von "This is the Life" schaffen fast alle.

Sprit-Check

Amy Macdonald-Fans trinken nicht viel. Vielleicht hatten sie darauf gehofft, etwas ins Zelt mit hineinnehmen zu können. Die Plastikkisten vor dem Einlass, die für Pfandflaschen bereit stehen, sind jedenfalls gut gefüllt. Wenn die Leute aber etwas in der Hand haben, dann vor allem Bier.




Track-Check

Die Setlist weist eine geringere Bandbreite auf als das Publikum. Zwar spielt Amy Songs von jeder ihrer vier Alben, aber Titel des Debütalbums "This is the Life" und des neuen Albums "Under Stars" dominieren. Abwechslungsreich ist die Art und Weise, in der die Lieder aufgeführt werden. Fünf Bandkollegen unterstützen Amy Macdonald auf der Bühne, die mit ihrer Akustikgitarre stets in der Mitte steht. Den Song "4th of July" präsentieren sie in einer neuen Akustik-Version, was so manches Paar in Kuschel-Laune bringt.

Bei "Love Love" legen die Musiker eine kurze Jam-Session ein, die im Original nicht vorkommt und für viel Beifall sorgt. Für "Prepare to Fall" steht die Sängerin ganz alleine auf der Bühne. Insgesamt klingen die Lieder rockiger und härter als auf den Alben. Was durchgehend beeindruckt, ist Amy Macdonalds unglaublich kräftige Stimme. Und wie lange sie einen Ton halten kann – außer sie wird von dem Jubel der Menge unterbrochen.

Schwitzfaktor

Nachdem man vom Regen draußen erfrischt wurde, sind die ersten Minuten im ausverkauften Zirkuszelt erträglich. Doch spätestens nach zwei bis drei Songs rinnt den meisten Leuten Schweiß das Gesicht hinunter. "Hier ist es wie in einem schwitzigen Nachtclub!", so Amy Macdonald. Eine junge Frau wischt mit ihrem Oberteil über ihr Gesicht, eine ältere Dame ist besser vorbereitet und tupft sich mit ihrem mitgebrachten Handtuch ab.

Fail

Ein paar Fans werfen der Sängerin ein selbstgemachtes Banner zu. Blöderweise haben sie ihren Namen falsch geschrieben.

Genial

"Ihr habt alle Kriterien erfüllt, die ein gutes Publikum ausmachen", so Amy Macdonald. Jetzt sollen die Zuschauer beweisen, dass sie nicht nur gut, sondern die Besten sind. Die Sängerin gibt ihnen die Aufgabe, ein Glas Wein quer durch das Zelt zu einem Technik-Mitarbeiter durchzureichen. Dies geschieht bei viel Gelächter, wildem Klatschen und lauten Keyboardklängen. Die Sache gelingt und die Freiburger werden zum "Publikum des Sommers" ernannt. Amy Macdonalds Humor und ihre Art mit ihren Fans zu reden, machen sie sehr sympathisch. Außerdem trinkt die Schottin Tee auf der Bühne. Was ziemlich cool ist.

Fazit

Tolle Musik, tolle Leute, tolles Konzert! "Wir laden sie wieder ein, seid ihr einverstanden?" fragt Festivalgründer Alexander Heisler am Ende. Beifall und Jubel sind die Antwort.

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