Clubsterben

Was geschieht mit den leeren Räumen des White Rabbit?

Anika Maldacker

Seit Ende April ist der Freiburger Innenstadtclub White Rabbit geschlossen. Seither stehen die Räume leer, die Treppen, die hinunter in die Kellerräume führten, werden selten genutzt. Was plant der Eigentümer mit dem Ort?

Seit rund zwei Wochen ist das White Rabbit geschlossen. Das vegane Restaurant El Haso schon seit Ende März. Was geschieht nun mit den Gewölbekeller-Räumen seit Betreiber Hansi Breier dort Auszug gehalten hat? Welche Pläne hat die Objektgesellschaft Alpha, die Vermieterin, beziehungsweise deren Eigentümer Delta Real Estate, ein Immobilienfonds aus dem US-Bundesstaat Delaware?


"Der Eigentümer wünscht keinen Club und keine Diskothek mehr in den Räumen." Dominik-Andreas Zimmermann

Seit November vergangenen Jahres sind die Räume des ehemaligen White Rabbit und El Haso auf der Website Immobilienscout24 zur Vermietung inseriert. Das Angebot ist noch einsehbar, aber seit Anfang Mai als nicht verfügbar vermerkt. Mietpreis: 4200 Euro, für eine Gesamtfläche von 382 Quadratmeter und 164 Quadratmeter Gastraum. Dort steht auch, dass die Fläche auf Wunsch des Vermieters gastronomisch genutzt und als "veredelter Rohbau" an die neuen Vermieter übergeben werden soll.

Eigentümer wünscht sich Bar oder Restaurant

Alpha-Geschäftsführer Dominik-Andreas Zimmermann bestätigt das: "Der Eigentümer wünscht keinen Club und keine Diskothek mehr in den Räumen." Auf die Frage, wer der Eigentümer ist, verweist er auf den Immobilienfonds Delta Real Estate. Wer sich dahinter verbirgt, weiß er angeblich nicht. Auch eine Bar könne man sich vorstellen, aber nur Bars, die ohne Türsteher funktionierten. Derzeit liefen Gespräche mit mehreren Interessenten. In die nähere Auswahl hätten es wohl drei bis fünf davon geschafft. Näher darauf eingehen will Zimmermann nicht. Die Interessenten seien zum Teil aus Freiburg.

Wenn entschieden ist, wer die Nachfolge antritt, wird je nach Absprache mit dem Nachmieter noch renoviert werden. Auch Zimmermann hat die Debatte über das Clubsterben wahrgenommen. Den Wunsch des "Vereins zur Erhaltung und Förderung der Pop- und Clubkultur" zu mieten und die Räume des White weiter als Club zu nutzen, hat er abgewiesen. Auch ein unterstützender Brief von Oberbürgermeister Martin Horn konnte nichts ändern. "Wir halten uns an die Vorgaben des Eigentümers und der will keinen Clubbetrieb mehr", sagt Zimmermann. Die Gründe: Beschwerden der Nachbarn wegen Lärm, Querellen am Innenhof.

Dem widerspricht Kathrin Kochs, eine der Vorstände des Vereins. Sie hatte sich zusammen mit dem Popbeauftragten Tilo Buchholz bemüht, herauszufinden, wieso eine Clubnutzung nicht mehr gewünscht ist. "Zu den Anwohnern hatte das White Rabbit in seinem 13-jährigen Bestehen immer ein gutes Verhältnis." Sie kann die Gründe gegen eine Clubnutzung nicht nachvollziehen. "In Freiburg, mit den meisten heißen Tagen im Jahr können wir uns nur einen Nachtclub als attraktive Nutzung vorstellen. Überteuerte Cocktails in der Bandkelleratmosphäre, klingt für uns weder wünschenswert noch sinnvoll."

Wie bewertet der Verein das leerstehende White rabbit? "Das ist sehr dramatisch", sagt Kathrin Kochs. "Wenn ein zentral gelegener Kulturort ungenutzt leer steht, ist das ein Verlust für Freiburg. Der Zustand ist absurd, aber leider kein Einzelfall. Die ehemaligen Räumlichkeiten des Balzbambiis stehen ja auch schon lange leer."

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