Was Epsilon mit dem Z vorhat: 5 Antworten des linken Kollektivs

Fabienne Hurst

Während ArTik beim Gemeinderat für sein Konzept wirbt, besetzen linke Aktivisten immer wieder das brach liegende Jugendzentrum Z. Sind die Mitglieder der Gruppe Epsilon nun ArTiks Konkurrenten, Widersacher oder gar Mitstreiter? Was haben sie mit dem Z vor? Fünf Antworten von Epsilon.

 

Welche Gemeinsamkeiten haben Epsilon und ArTik und worin unterscheidet Ihr euch?


Beide Gruppen wollen das ehemalige “Z” nutzen und fordern Räumlichkeiten für Jugend, Kunst und Kultur. Beide Gruppen wollen eine Art “Framework” für Kultur bieten. Doch wir sind jünger, linker und aktionsorientierter. So haben wir bereits zahlreiche Aktionen gemacht um auf den weiteren Leerstand des “Z” hinzuweisen. Unter anderem haben wir das “Z” drei mal besetzt. Vor allem aber arbeiten wir basisdemokratisch und antiautoritär, dem Konsensprinzip entsprechend.

Welche konkreten Projekte plant Ihr im Z?

Nut­zen wol­len wir die Räum­lich­kei­ten nicht nur für Par­ties und Kon­zer­te, sondern auch für sonstige kul­tu­rel­le, so­zia­le und po­li­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen. Das Ju­gend­zen­trum soll­te min­des­tens zwei Mal in der Woche mit einem re­gel­mä­ßig statt­fin­den­den Ju­gend­café ge­öff­net sein. Aber auch au­ßer­halb die­ser Ter­mi­ne stel­len wir uns Ver­an­stal­tun­gen wie z.B. Vor­trä­ge, Poe­try Slam, Film­aben­de, Open Stage, Thea­ter­grup­pen­auf­trit­te, Work­shops, Aus­stel­lun­gen, Erste Hilfe Kurse und Kon­zer­te re­gio­na­ler Bands vor.

Wie soll das Z eurer Meinung nach finanziert werden?

  Die Stadt sollte auf Miete verzichten und für Strom und Wasser aufkommen. Das wäre keine Veränderung zum Status quo: Im “Z” brennt ununterbrochen das Licht und um zu verhindern, dass die (Wasser-)Rohre im Winter einfrieren, wird das “Z” die ganze Zeit beheizt. Weitere Kosten sollen durch Parties und Spenden gedeckt werden. Dieses Finanzierungskonzept hat sich bei verschiedenen selbstverwalteten Kulturräumen bewährt. Arbeiten sollen ehrenamtlich erledigt werden. Kulturschaffende könnten trotzdem eine Aufwandsentschädigung bekommen. Wichtig ist hierbei, dass die niemand drauf zahlen muss. Der Gewinn von Parties kann entweder an das Jugendkulturzentrum selbst gehen oder an eine unkommerzielle Gruppe, welche in den Räumen eine “Soli-Party” veranstaltet.

Projekte brauchen Kontinuität. Wie könnt Ihr die erreichen?


Wir glauben nicht, dass Projekte zwingend Kontinuität brauchen. In einem Konzept Kontinuität zu verankern ist kontraproduktiv. Durch eine bezahlte Stelle, wir ArTik sie anstrebt, kann vielleicht gewährleistet werden, dass die Stadt immer eine Ansprechperson hat, aber nicht, dass kontinuierlich coole Kultur in den Räumen stattfindet. Kontinuität sollte sich von selbst ergeben – wenn nicht, dann müssen die Schlüssel halt zurück an die Stadt. Wir könnten uns im schlimmsten Fall ein solches Scheitern eingestehen. Natürlich können wir eine gewisse Kontinuität gewährleisten. Zum aktiven Kreis um Epsilon gehören rund 20 Leute; die Anzahl der zusätzlichen Unterstützer und Unterstützerinnen liegt bei ungefähr 150 Leuten, sodass es uns möglich ist auch langfristig ein solches Jugendkulturzentrum zu betreiben.

Wenn ArTik den Zuschlag erhält, könntet Ihr euch vorstellen, mit ArTik zusammen zu arbeiten?

Nein. Sollte sich an der ArTiks angestrebter Organisationsstruktur nichts ändern nicht. In einem Jugendkulturzentrum bezahlte Geschäftsführer oder Geschäftsführerinnen oder dergleichen einzustellen lehnen wir prinzipiell ab. Ein selbstverwaltetes “Z” wäre eine wirkliche jugendkulturelle Bereicherung für Freiburg. Trotzdem würden einzelne Leute von Epsilon mit ArTik zusammenarbeiten.

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    [Bild: fudder]