Expertentipps

Was beim WM-Feiern zuhause erlaubt ist – und was nicht

BZ- Redaktion

Jubelschreie, Grillgeruch und Deutschland-Fahnen begleiten jede Fußball-WM – und sorgen trotzdem häufig für Ärger. Wie Sie Stress mit Nachbarn vermeiden und rechtlich auf der sicheren Seite stehen.

Sommer und Fußballfieber: Millionen Fans freuen sich, dass es beim Public Viewing auch nach 22 Uhr etwas lauter werden darf. "Das ist allerdings kein Freibrief für die private WM-Party", warnt Sebastian Flaith von der Bausparkasse Schwäbisch Hall in einer Pressemitteilung.

Die Fußball-Nationalmannschaft versucht ihren Weltmeistertitel zu verteidigen, so mancher Fan seinen Titel als Grillmeister. Nun ist Grillen auch ohne einen Anlass wie eine WM ein häufiger Grund für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Klar ist, dass Grillen im Garten als sozialüblich gilt und deshalb nicht generell verboten werden darf.


Grillen geduldet
Wo allerdings die unzumutbare Beeinträchtigung anfängt oder wie oft Nachbarn eventuell unangenehme Gerüche dulden müssen, darüber gehen die Meinungen weit auseinander: Ziehen manche Gerichte bei zehn Mal im Jahr – und höchstens zwei Mal im Monat – die Obergrenze, so halten andere Richter 25 Mal im Jahr für zumutbar. Ist die deutsche Nationalmannschaft maximal erfolgreich, hätten die Fans allein in den kommenden vier Wochen sieben Mal Grund zur beliebten Fußball-Grill-Kombi.

Grillen verboten
Deutlich stärker einschränken muss man sich in einer Mietwohnung oder einer Eigentumswohnanlage. Vermieter dürfen das Grillen auf dem Balkon per Mietvertrag untersagen: Wer sich darüber hinwegsetzt, riskiert sogar die Kündigung. Auch eine Eigentümerversammlung kann mehrheitlich ein Grillverbot für die Wohnanlage beschließen. Wer sich nicht sicher ist, welche Regelung gilt, sollte einen Blick in die Hausordnung werfen oder beim Vermieter nachfragen.

Lautstärke erlaubt
Die Verordnung der Bundesregierung macht es möglich, dass es beim Public Viewing ausnahmsweise auch nach 22 Uhr lauter als 55 Dezibel werden darf – aber eben auch nur dort. "In Privatwohnungen und -häusern gelten die Lärmschutzrichtlinien sowie die allgemeinen Nachtruhezeiten auch während der WM. Wenn wir wegen Ruhestörung gerufen werden, müssen wir dem nachgehen", heißt es dazu etwa aus dem Polizeipräsidium München.

Absprache erwünscht
Natürlich wird niemand ernsthaft erwarten, dass deutsche Tore kurz vor Mitternacht nur noch flüsternd bejubelt werden. Aber es gilt das Gleiche wie fürs Grillen: Wer sich vorher mit dem Nachbarn abspricht ("Heute könnte es etwas lauter werden. Ich hoffe, das ist in Ordnung"), hat später seltener die Polizei vor der Haustür oder im schlimmsten Fall sogar eine Klage am Hals. Flaiths Faustregel lautet daher: "Ob in der Wohnung oder im Garten – eine halbe Stunde nach dem Abpfiff sollte die Party vorbei sein."

Flagge angebracht
Wer seine Unterstützung für eine Fußballmannschaft mit einer Flagge am Balkon oder vor dem Fenster zum Ausdruck bringen möchte, bekomme in der Regel keine Probleme, sagt Flaith. Doch auch hier kann ein vorheriger Blick in die Hausordnung oder den Mietvertrag nicht schaden.

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