Was Barbetreiber Juri Habieda zu den Lärmvorwürfen von Lokalvereins-Mann Christian Himmelsbach sagt

fudder-Redaktion

Das Great Räng Teng Teng, das Ruefetto, das El.Pi., das Kamikaze und Juri's Cocktail Bar - diese fünf Läden hat Christian Himmelsbach, stellvertretender Vorsitzende des Lokalverein Innenstadt Freiburg, am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion eindeutig als Problemfälle benannt. Grund genug für Cocktailbar-Betreiber Juri Habieda, Stellung zu beziehen:



Auf der Facebook-Seite seiner Bar am Schwabentor, die direkt gegenüber der Wäscherei Himmelsbach liegt, veröffentlichte Habieda am Freitag folgende Stellungnahme, die wir mit seinem Einverständnis hier wiedergeben:


Das ist für mich ja nichts Neues! Ich möchte ganz kurz meine Gäste, die Presse & die Stadt mal aufklären.

Als ich im Mai 2008 die Konzessionssumme von circa 2000 Euro dem Beamten bar in die Hand gab, wurde mir im selben Augenblick gesagt: „Wir möchten sie darauf hinweisen, dass eine massive Anwohner-Problematik vorliegt, und wir gegebenenfalls die Konzession wieder zurückziehen."

Nun gut.

Ich suchte am selben Tag noch das Gespräch mit dem Nachbarn. Es war ein kurzer Dialog. Mir wurde klar und deutlich gesagt, dass sobald ein Gast vor meiner Bar steht, die Polizei angerufen werde.

Ich fand schnell heraus, dass ein DJ am Wochenende bei meiner Vorgängerin für ordentlich Party und Krawall gesorgt hatte. Dies würde es nicht bei mir geben und gibt es bis heute nicht im "Juris". Unser Konzept basiert auf einer feinen Drinkkultur mit flotter Hintergrundmusik, eher verhalten, damit ja keine Menschentraube vor der Bar steht. Eigentlich gibt es doch nichts Besseres als 10 bis 15 Personen vor einer Gastronomie! Ich fing an. Die ersten ein bis zwei Monate sind für eine Bar immer schwierig, zumal man ja nicht für Aufsehen sorgen darf. Es war Sommer, alle saßen draußen, ich hatte noch keine Erlaubnis für eine Außenbestuhlung. Es war ruhig, sehr ruhig. Und trotzdem bekam ich in der ersten Woche schon Besuch von der Polizei.

Äußerst freundlich waren die Beamten, sie klärten mich auf, sie seien gerufen worden, weil ein Nachbar sie gerufen hätte, die Bargäste wären zu laut. Komischerweise hatte ich an dem Abend nur insgesamt circa 15 Gäste... Sie fuhren kopfschüttelnd zum nächsten „echten Einsatz“. So ging das noch ein paar Mal und beim letzten unbegründeten Besuch, erklärten mir der Beamten "Wir müssen halt kommen, wissen jetzt aber Bescheid!"

In den darauffolgenden fünf Jahren kam die Polizei insgesamt noch drei Mal, da hatten wir sie gerufen. Was, so denke ich, bei einer Nachtbar nur für sich spricht!

Wir hatten mal eine Außenbestuhlung. Sage und schreibe vier Quadratmeter wurden mir genehmigt. Zwei Stehtische. Nachdem wir festgestellt hatten, dass die zwei Tische unserem Nachbar negativ auffielen, entschieden wir uns für eine teure Klimaanlage. Weniger Umsatz, weniger Ärger mit dem Nachbarn.

Ab und zu ruft mich nachts eine sehr freundliche, ältere Dame an und klärt mich auf, das eine „junge Dame“ vor meiner Bar steht und telefoniert. So kommuniziert man, und ich kann punktuell für Nachtfrieden sorgen.

Ich kann nur eines sagen, wir sind eine gediegene Cocktailbar mit gedimmtem Licht. Meine Gäste stehen nie draußen zum Rauchen. Meinen Nachbar hätte es sicher schlimmer treffen können...

Immer im Guten, das ist meine Einstellung.

Leben & Leben lassen!
   

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