Warum wird man eigentlich Fan des SC Freiburg?

Soccerblogger

...und was macht das Fan-Dasein aus? Die "Soccerblogger", Teilnehmer eines Medienprojekts des Jugendhilfswerks für Fußballfans, haben zum Bundesliga-Finale nach Antworten gesucht. Drei Fantypen stellen sie vor:



Vater und Sohn im Familienblock

"Einmal SCF, immer SCF" - seit sechs Jahren gehen Manuel Kanstinger (41, Bankfachwirt aus Heitersheim) und sein Sohn Nikolas (12, Schüler am Kreisgynmasium Bad Krozingen) zu jedem Heimspiel des SC ins Stadion. Gemeinsam sitzen sie im Familienblock auf der Osttribüne. "Dort treffen wir viele Familien mit Kindern und es herrscht eine tolle Stimmung."

Sich selbst bezeichnen sie als einfache Fans, die sich jedes Wochenende auf das Spiel des SC Freiburg freuen. "Wir sind ganz begeistert, welche Stimmung von der Nordtribüne auf die anderen Tribünen überschwappt - das Spiel wäre doch ziemlich langweilig, wenn im Stadion jeder nur auf seinem Platz sitzen und zuschauen würde", sagt Manuel.

Auch in schweren Zeiten unterstützen Vater und Sohn den SC - egal wie es läuft. Die für sie aufregendsten Erlebnisse im Stadion? Die Heimsiege gegen Hoffenheim (5:3, Saison 2012/13) und Frankfurt (4:1, in dieser Saison).



Als Jugendliche auf "Nord"

"Treue, Spaß, Verbundenheit zum Verein" - nach diesem Motto richtet sich Anna Malic (17, Schülerin an der Max-Weber-Schule in Freiburg). Seit einigen Jahren geht sie zu fast jedem Heimspiel, schließlich ist sie eine stolze Dauerkartenbesitzerin. "Ich stand schon immer auf der Nordtribüne und das ist auch so geblieben."

Anna ist durch ihre fußballinteressierte Familie quasi mit dem Sport aufgewachsen. Sie beschreibt sich als "ganz normalen" Fan des SC Freiburg und ordnet sich keiner Ultragruppierung zu. Dem Verein treubleiben und auch ins Stadion gehen, wenn es mal nicht so gut läuft - das sollte ihrer Meinung nach ein waschechter Fan tun.

"Ganz besonders gefällt mir die Atmosphäre, die von den Ultras durch die Fangesänge das ganze Spiel über rübergebracht wird." Fanrivalitäten gehören für sie dazu, solange es keine Gewalt gibt oder die Rivalität zu sehr ausartet. Für sie ist es sehr wichtig, dass die Fans ihren Club zu jeder Zeit unterstützen, da sie eine sehr wichtige Rolle für den Verein spielen.

"Ich finde es überhaupt nicht cool, wenn man die Mannschaft bei einem nicht so guten Spiel ausbuht." Sie versucht, auch nach Niederlagen positiv zu bleiben und freut sich auf die nächsten Spiele. Das aufregendste Stadionerlebnis für sie war der 4:1-Sieg vor drei Jahren gegen den 1. FC Köln: "Es herrschte eine extrem gute Stimmung!"

Robin, der Ultra

Seit seinem sechsten Lebensjahr ist Robin Fan des SC Freiburg. Die größte Möglichkeit, seine Mannschaft zu unterstützen, sieht er auf der Nordtribüne - für dort hat er eine Dauerkarte. "Ich gehe so oft ich kann ins Stadion. Es gab auch Jahre, in denen ich jedes einzelne Spiel miterlebt habe", sagt der bekennende Ultra.

Als diese Art von Fan macht er vor allem von der Möglichkeit, seine Meinung auf Spruchbändern zu äußern, Gebrauch und setzt sich mit Themen über das Spiel hinaus auseinander - wie beispielsweise der Kommerzialisierung des Fußballs.

Fotografiert werden möchte Robin lieber nicht. Wie er sein Fan-Dasein beschreibt? Als "laut, kreativ und gegensätzlich." Für ihn ist es wichtig, dass Fans des SC Freiburg auch echte Vereinsmitglieder sind. Diese könnten beispielsweise zur Mitgliederversammlung gehen, um im Verein mitzuwirken.

Eines seiner spannendsten Fußballabenteuer erlebte er in China, wo er eine Zeit lang arbeitete. "Dort ist alles viel strukturierter und es gibt keine Fangesänge wie in Deutschland. Die Gesänge in China erinnern an das Militär, wie abgehackte Anfeuerungsrufe", sagt Robin. Für ihn war es eine spannende Erfahrung und zugleich ein komplett neues Fußballerlebnis.

Die Soccerblogger

Die Redaktion Soccerblogger besteht aus Jugendlichen im Alter von 15-18 Jahren - das sind Maike Brunner, Basil Merk, Annika Roser, Kim Grüninger, Alisa Oberlin, Virginia Graf und Patrick Pfordt. Was uns verbindet, ist das Interesse, Hintergründe des Fußballs genauer kennenzulernen. Deshalb treffen wir uns einmal in der Woche, um uns über aktuelle Ereignisse im Fußball oder beim SC Freiburg auszutauschen und über sie zu diskutieren.

Zur Zeit beschäftigen wir uns besonders mit Themen wie Fankultur, Fanrivalität und Fanfreundschaft. Mit Hilfe von Recherche, Umfragen und Interviews ist es unser Ziel, in naher Zukunft noch mehr eigene Beiträge zu erstellen. Wir wollen Radiosendungen produzieren und weitere Artikel bald auf unserem eigenen Blog veröffentlichen.

Teilt ihr unsere Interessen und möchtet in die Redaktion reinschnuppern, könnt ihr uns gerne eine Mail schreiben an fanredaktion@jugendhilfswerk.de. Wir freuen uns über engagierte Redakteure.

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[Vorschaufoto: dpa Picture Alliance, Artikelfotos: privat]