Warum Studierende der Uni Freiburg jetzt von Ziegen und Schafen lernen

Gina Kutkat

Am Schlossberg leben seit einiger Zeit fünf Ziegen und drei Schafe. Sie wurden von der Uni Freiburg für Studierende der Umweltwissenschaften angeschafft. Was sie von den Tieren lernen sollen.

Sie heißen Daisy, Olga und Johanna. Sie fressen gerne Gras und nagen an Baumrinden. Ihr Fell ist dick und dicht und eines ihrer liebsten Laute ist "Mäh". Und sie sind mit Sicherheit der spektakulärste Neuzugang, den die Uni Freiburg jemals hatte.


Daisy, Olga und Johanna sind Schafe, die zum neuen Beweidungsprojekt der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Albert-Ludwigs-Universität gehören. Sie leben zusammen mit fünf Ziegen auf einer etwa eineinhalb Hektar großen Wiese am Schlossberg – und sind jetzt Unterrichtsinhalt einiger Studierender.

Studierende der Uni Freiburg haben jetzt die Möglichkeit, mit Schafen und Ziegen am Schlossberg zu arbeiten.

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Martha Koelbig, Anika Steinle und Veronika Wenz studieren Umweltwissenschaften im Master und haben sich für das Modul "Landnutzung und Naturschutz" mit den Tieren und den durch sie aufgetretenen Veränderungen auf der Wiese beschäftigt. "Wir waren eine Woche jeden Tag intensiv hier und haben die Vegetation verglichen", sagt Martha Koelbig.

Raus aus dem Hörsaal, rein in die Natur: "Das ist schon schön", sagt Veronika Wenz, während sie ein Schaf von der Seite anstupst. Wer möchte, kann sich an der täglichen Arbeit beteiligen oder auch einfach mal mit den Ziegen und Schafen spielen. "Es sind einfach putzige Tiere", sagt Nicolas Schoof.

Mehr Ziegen.

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Der Doktorand an der Fakultät für Umwelt und natürliche Ressourcen hatte die Idee, Ziegen und Schafe für die Lehre nach Freiburg zu holen. "Als ich den Antrag für eine Förderung beim Studienrat gestellt habe, kamen schon ein paar skeptische Fragen zurück", sagt Schoof, während er eine Ziege mit Blättern füttert. Ziegen und Schafe sind eben eine andere Anschaffung als Rechner oder Beamer. Mit 1700 Euro hat der Studienrat das Beweidungsprojekt dann unterstützt, finanziert wurde damit der Elektrozaun – und die Ziegen und Schafe.

Es handelt sich bei den Tieren um Waldschafe, Tauernschecken und eine Nera-Verzasca-Ziege – vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen – die von einem Abenteuerhof aus dem Neckartal kommen. Seit ein paar Wochen leben sie auf der Fläche, die der Fortbildungs-Akademie des Deutschen Caritasverbandes gehört. Und dort sorgen sie nun dafür, dass das Gras gestutzt wird, sich der Boden auflockert und dadurch Brombeeren, Brennesseln und Moose zurückgehen, um Blütenpflanzen Platz zu machen. Außerdem erfreuen sie die Gäste der nahegelegen Akademie der Caritas und die Studierenden, die sich mit ihnen beschäftigen.

Das Beweidungsprojekt der Uni Freiburg ist besonders für die Studierenden spannend und eine gute Möglichkeit, in die Natur zu kommen.

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"Die Studierenden erleben hautnah, wie sich Fauna und Flora durch die Beweidung verändern", sagt Schoof. Zu dem Beweidungsgebiet gehört auch ein Stück Wald, in dem die Tiere an vielen Bäumen die Rinde abnagen und Triebe abfressen. Dadurch entstehe wieder mehr Licht, das lichtliebende Waldarten anlockt, so Schoof. Voraussichtlich bis Oktober werde die Tiere auf dem Grundstück leben, den Winter werden sie dann bei einem Schäfer in der Region verbringen.

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