fudder-Interview

Warum Instagrammen im Münster am kommenden Donnerstag ausdrücklich erwünscht ist

Gina Kutkat

Smartphones in der Kirche? Ein schwieriges Thema – bisher. Denn bald kann eine Gruppe Instagram-Nutzer exklusiv das Freiburger Münster mit dem Smartphone erkunden. fudder hat mit Lisa Ruppert über den ersten Freiburger Instawalk gesprochen.

Es gibt 4550 Beiträge vom Freiburger Münster auf Instagram. Warum braucht es noch einen Instawalk?

Lisa Ruppert: Der Instawalk ermöglicht besondere Perspektiven, die man bei einer normalen Münsterführung nicht bekommt. Weil die Führer nebenbei viel erzählen und auf Dinge hinweisen, hat man oft nicht die Zeit und Ruhe zu fotografieren. Beim Instawalk ist das anders, die Teilnehmenden können sich den leeren Kirchenraum zu eigen machen, denn das Münster ist während der 90 Minuten für andere Besucher geschlossen.
Lisa Ruppert, 28, ist Referentin für Internetseelsorge im Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg.

Welche Motive kann man fotografieren, die man sonst nicht vor die Smarthphonekamera bekommt?

Wir gehen an Orte, die man sonst nicht sieht. Die Führer werden auf bestimmte Objekte hinweisen und beispielsweise auch eine Kapelle öffnen, die normalerweise geschlossen ist. Es steht aber natürlich jedem frei, was er oder sie fotografiert. 40 Minuten dauert der offizielle Rundgang, danach haben die Teilnehmenden 50 Minuten Zeit alleine in der Kirche. So können am Ende ästhetische Fotos mit dem Hashtag #instakirchefrb entstehen.

"Das Freiburger Münster für Instagram zu öffnen ist für uns kein Widerspruch."

Und was, wenn nicht jeder weiß, was ein Hashtag ist?

Die einzige Voraussetzung zum Mitmachen ist, dass man die App Instagram runtergeladen hat. Man muss keine jahrelange Erfahrung mit dem sozialen Netzwerk haben. Am Anfang gibt es noch eine kleine Einführung zum Instawalk. Wir sind auch gespannt, wer sich alles anmelden wird. Für erfahrene Instagrammer kann es auch eine Möglichkeit sein, andere Nutzern persönlich zu treffen.

Das Freiburger Münster und Instagram: Ist das ein Versuch der katholischen Kirche, moderner zu werden?

Smartphones und Kirche, das war lange ein Tabuthema. Für uns gehören die digitale und die analoge Welt zusammen und wir überlegen, was die Digitalisierung mit der Gesellschaft macht. Das Freiburger Münster für Instagram zu öffnen ist für uns kein Widerspruch – wir möchten mit den Menschen in einen Dialog treten. Deswegen mussten wir nicht lange überlegen, ob wir uns an den Instawalks beteiligen, die eine Initiative des Internetportals katholisch.de sind.
Der Instawalk ist eine Kooperation der City-Seelsorge c-Punkt, der Dompfarrei, dem Münsterfabrikfonds sowie dem Erzbischöflichen Seelsorgeamt. Anmeldungen sind bis 1. Juli per Direktnachricht über den Instagram- und Facebook-Account des Erzbistum Freiburg möglich.

Was: Instawalk Freiburger Münster
Wann: Donnerstag, 5. Juli, 17.30 Uhr
Wo: Freiburger Münster, Treffpunkt: Münsterladen in der Herrenstr. 30, 79098 Freiburg (c-punkt Freiburg )
Facebook: Einladung zum 1. Instawalk im Erzbistum Freiburg
Anmeldung: Anmeldungen sind bis 1. Juli per Direktnachricht über den Instagram- und Facebook-Account des Erzbistum Freiburg möglich.

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