Vom Studentenprojekt zum Preisträger - das Rätsel-Adventure "The Inner World"

Moritz Kraus

Point-and-Click-Adventures sind out? Denkste! Im Mai hat ein 2D-Game den Deutschen Computerspielpreis gewonnen. fudder-Autor Moritz Kraus hat sich durch "The Inner World" gerätselt und mit den Entwicklern gesprochen:



Ein bohnenförmiges Wesen mit flötenartiger Nase steht in einer überdimensionalen Müllhalde und jagt eine Taube mit einer Windsocke. Was klingt wie das Vormittagsprogramm auf Kika ist eine Szene aus dem besten deutschen Computerspiel 2014. In „The Inner World“ taucht der Spieler in die bunte Welt von Asposien ein, die von Windgöttern heimgesucht wird und vom Ersticken bedroht ist. Als Hauptfigur Robert gilt es diese Welt zu erkunden, zu tüfteln und Rätsel zu lösen. Das ganze geschieht in klassischer Point-and-Click-Manier und sieht in handgezeichnetem 2D durch die Detailverliebtheit auch wunderschön aus.


Nur noch kurz die Welt retten

Die Story gliedert sich in fünf Abschnitte und ist mit knapp sechs Stunden Spielzeit leider etwas zu kurz ausgefallen. Die teilweise kniffligen Rätsel sind zwar nicht immer logisch, aber was macht das schon, in einer Welt, in der es Automaten gibt, denen man seine Sünden beichten kann und Babys rote Kutten tragen. Besonders gelungen ist die Synchronisation des Spiels, auf Englisch genau so wie auf Deutsch. Falls man als Spieler verzweifelt gibt es sogar eine eingebaute Hilfe mit der man richtungsweisende Tipps auf seiner Rettungsmission bekommt. Das Spiel schafft eine nette Atmosphäre und bringt mit subtilem Humor auch genrefremde Gamer zum schmunzeln.

Ein Computerspiel als Abschlussarbeit

Die Idee für „The Inner World“ entstand bei einem Studienprojekt von Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg. „Wir haben das als Diplom-Arbeit entwickelt und am Tag unseres Abschlusses direkt die Produktonsfirma gegründet“, sagt Sebastian Mittag, Creative Director von „The Inner World“. Das knapp zwanzigköpfige Team des „Studio Fizbin“ hat 2011 angefangen das Spiel zu entwickeln und konnte durch Fördermittel des Landes in Höhe von 100.000 Euro sein Projekt verwirklichen und 2013  das fertige Spiel veröffentlichen.

David gegen Goliath

Knapp ein Jahr nach Release dann die Sensation: „The Inner World“ gewinnt den Deutschen Computerspielpreis gegen Konkurrenten wie „Crysis 3“. „Das wir mit dem Spiel den großen Wurf landen und gegen gewinnen konnten macht einen stolz. Wir waren ja quasi der David in dieser Kategorie", sagt Mittag. Eine Fortsetzung ist bisher noch nicht in Planung, stattdessen will sich das Team ganz anderen Genres widmen, nämlich Action und Survival. Ob die Ludwigsburger Newcomer dann mit „Beyond the Mountains“ ebenso überzeugen wie mit ihrem kuriosen Erstlingswerk bleibt abzuwarten.

The Inner World Release Trailer

Quelle: YouTube


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