Vom Bad-Girl zum Lieblingsmensch: Die Sängerin Namika im Interview

Laura Wolfert

"Hallo Lieblingsmensch, ein riesen Kompliment...": Am Donnerstag wird Namika ihren sommerleichten Hit beim Freiburger Festival performen. Doch die Musikerin aus Frankfurt am Main hat sich verändert: Als Hän Violett trug sie früher Thug-Life-Hoodies und rappte zu "Das Biest in mir". Wie es zum Wandel vom Bad Girl zum Sweetheart kam:



Als Hän Violett hast du viel über Frankfurt gerappt, als Namika über Nador, eine Stadt in Marokko…

Namika: Klar, ich bin in Frankfurt geboren und aufgewachsen. Die Zeit, die Musik hat mich geprägt – deswegen habe ich die Stadt in meinen Texten als Hän Violett immer wieder thematisiert. Mittlerweile bin ich aber nach Berlin gewechselt, habe mich verändert, gewandelt. Ich war auf der Suche nach mir selbst. Nador steht für mich nicht nur als Heimatstadt meiner Großeltern, sondern auch als Synonym für Selbstfindung.

Früher hast du als Hän Violett über "Das Biest in mir" gesungen – heute kennt man Dich durch den Song "Lieblingsmensch". Wie kam es zum Wandel vom Bad Girl zum Sweetheart?

Ich denke, das ist ein ganz natürlicher Wandel. Man bleibt ja nicht ewig jung, ein Teenager. Die Zeit, in der man rebelliert und alles verändern möchte, macht jeder durch - auch ich. Mit mittlerweile 24 Jahren bin ich erwachsener und reifer geworden, eine Frau. Da verändert man sich nicht nur aüßerlich, sondern auch musikalisch. Die Veränderung hat keinen Grund, das war kein Imagewechsel.

Mit Thug-Life-Shirt und Lederhandschuhen: Hän Violett mit "Hey!"



Wer hat Dich inspiriert?

Ganz klar Missy Elliot. Und meine Tante - die hat mir damals schon ein paar Songs vorgespielt. Sie hat mich sozusagen in die Musikwelt eingeführt. Ich wollte die Tracks immer und immer wieder hören, bis ich ein paar Lines etwas gebrochen nachsingen konnte - mit "Fantasy English" natürlich.

Mit welcher deutschen Künstlerin möchtest du mal zusammen arbeiten?

Uff, da gibt es einige tolle Künstlerinnen, da möchte ich mich nicht genau festlegen. Vielleicht ergibt sich in der Zukunft etwas - man darf gespannt sein.

Was hättest du gemacht, wenn der Erfolg in der Musik ausgeblieben wäre?

Na, ich hätte natürlich weiterhin Musik gemacht. Das muss man auch. Erfolg oder Niederlage macht man ja nicht vom ersten Mixtape abhängig. Ich bin froh, dass es bisher so gut klappt und ich so erfolgreich bin. Gehofft hatte ich das natürlich.

Du hast bei "Lass sie tanzen" von "Gangster-Rapper" Ali As mitgewirkt. Jetzt bist du mit Teesy auf Tour – der im Vergleich ein Schmusesänger ist. Wer ist eher dein Fall?

Über Privates möchte ich nicht sprechen. Und was? Ali As ist absolut kein Gängerrapper! Das ist ein Philosoph, ein Hip-Hopper - wenn schon.

Wie läuft das Konzert beim Freiburg Festival mit Teesy ab?

Die Tour hat Klassenfahrt-Athmosphäre, das ist wirklich super. Aber Teesy und ich treten nicht zusammen auf. Wir verstehen uns sehr gut, haben auf der Bühne aber nichts miteinadner zu tun. Jeder hat sein eigenes Set dabei..

Namika mit "Lieblingsmensch"



Mehr dazu:

Was: Freiburger Festival 2016 - Namika und Teesy
Wann: Donnerstag, 21. April 2016, 20 Uhr
Wo: Brauerei Ganter [Foto: Promo]