Video: Schwabenstreich am Kartoffelmarkt

Sebastian Klaus

Auch in Freiburg protestieren Menschen gegen "Stuttgart 21" sowie gegen die Art und Weise, wie der Staat gegen die Demonstranten im Schlossgarten vorging. Was sich hinter dem "Schwabenstreich" verbirgt, der gestern Abend auf dem Kartoffelmarkt gemacht wurde, haben wir in Bild und Text festgehalten.



Montagabend, Punkt 19 Uhr auf dem Kartoffelmarkt. Schlagartig wird es infernalisch laut. Es kracht, scheppert und trillert, eine Minute lang. Passanten, die aus der Schwarzwald City kommen, verstehen ihr eigenes Wort nicht mehr. Die beiden Polizisten beobachten den kleinen Tumult ruhig von ihrem Einsatzfahrzeug aus. Was ist hier los?


Bei der Aktion, an der etwa 20 Demonstranten beteiligt waren, handelte es sich um den sogenannten Schwabenstreich. Auf eine Sage des 12. Jahrhunderts zurückgehend, ging es beim gestrigen Freiburger Schwabenstreich (an sich schon ein Widerspruch) um eine Protestaktion gegen Stuttgart 21. Alle Beteiligten sollten um 19 Uhr genau eine Minute lang mit allem, was sie finden können, Krach machen, um die Bevölkerung auf die Proteste gegen den geplanten Stuttgarter Bahnhof aufmerksam zu machen. Die Aktion soll von nun an jeden Montag um 19 Uhr an selbem Ort stattfinden.



An der vorausgegangenen Demonstration nahmen auch Guntram Ehrlenspiel und seine Frau Christine teil. Ehrlenspiel, von 1980 bis 1985 als Mitglied der Grünen-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat und bis 1995 im Regionalverband Stuttgart aktiv, setzte sich bereits seit dem ersten Vorschlag für Stuttgart 21 im Jahr 1988 gegen das umstrittene Bauvorhaben ein: „Das Projekt ist reiner Luxus. Es wäre viel sinnvoller und dringender, Geld in das Schienennetz zu stecken, um den Bahngüterverkehr zu verbessern. Der Protest hat durchaus Chancen auf einen positiven Ausgang, schließlich haben sich die Rahmenbedingungen seit der Planung Mitte der neunziger Jahre erheblich verändert.“

Video: Schwabenstreich auf dem Kartoffelmarkt

Quelle: YouTube  

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