Video: Nachhilfe vom Graffiti-Lehrer

David Weigend, Marc Schätzle & Bernd Landwehr

Der Graffitikünstler Andreas Ernst (aka Zoolo) gehört zu den wichtigsten Sprühern Freiburgs. Wir haben ihn in einem zweiteiligen Video-Feature begleitet. Hier zeigt er uns wie ein Graffiti-Bild entsteht, erklärt welche Orte sich im Laufe der Zeit zu Graffiti-Szene-Spots entwickelt haben, auf welchen Wänden heute legal gesprüht werden darf und welche Regeln ein junger Sprüher beachten sollte.



Bescheiden gibt sich Andreas, Mitglied der Writercrew WAF. Er lässt lieber seine Bilder wirken, mit denen er die Umgebung verändern will, in die er sie einbettet.


Sein bekanntestes Bild ist ein Selbstportrait. Es ziert eine Wand an der Dreisam auf Höhe der Schwabentorbrücke und zeigt das Antlitz des Künstlers, wie es Spaziergänger und Radfahrer beobachtet. "Zoolo is watching you" steht darüber. Zoolo, das ist der Künstlername von Ernst.



In unserem ersten Video-Feature führt Andreas in die Stilkunde ein, erklärt Fachbegriffe und spricht über seine eigenen Anfänge und Motivationen: "Mein erstes Bild malte ich mit 15 unter einer Autobahnbrücke. Ich stibitzte dafür eine silberne und eine goldene Sprühdose aus der Besenkammer meiner Eltern und kam mir dabei wahnsinnig cool vor."

Heute ist es weniger die Suche nach Anerkennung, die ihn treibt, sondern einfach der Spaß an der Sache.  "Andere Leute spielen Tennis, ich mache eben Graffiti. Und ja, ein wenig Rebellentum ist schon noch dabei."

Andreas Ernst hat seit seinem Writer-Debüt vor 20 Jahren in der Regio etwa 300 größere Graffitibilder aus dem Handgelenk geschüttelt. Für manche brauchte er zwei Stunden, für andere drei Tage. Stets aber verwirklicht sich Ernst auf Wänden, die zur Bemalung freigegeben wurden. Illegales Malen kann er sich schon deshalb nicht leisten, weil er als Realschullehrer in Bühl eine Vorbildfunktion erfüllt.  "Dort leite ich auch eine Graffiti-AG mit 12- bis 16-jährigen Schülern. Da muss ich schon aufpassen, dass ich für die nicht zu arg zum Kumpel werde."

Hintergründe, Motivation und Geschichten



Im zweiten Teil des Features zeigt Zoolo Schritt für Schritt, wie ein Graffitibild entsteht und gibt Tipps dafür, wie man seine graphischen Ideen am besten umsetzt. Er arbeitet mit Sprühlack und walzt abgetönte Dispersionsfarbe auf die Wand. Hier wird auch deutlich, welche Sprühdosenaufsätze (Caps) man am besten für einen gewünschten Effekt einsetzt. Solche Lehrer  hätten wir auch gern gehabt.

Wie entsteht ein Graffiti?



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