Verträumte Ekstase und viel Gefühl: Die Alin Coen Band im ZMF-Spiegelzelt

Lina Wiemer & Florian Forsbach

Haben sich die Klänge verändert, die Rhythmen, die Texte, die Stimme? fudder-Autorin Lina Wiemer kennt die Alin Coen Band schon länger - und war gestern im ZMF-Spiegelzelt gespannt, was sich seit damals getan hat:



Mein erster Gedanke beim Betreten des Spiegelzeltes: Das PUR-Publikum hat ihre Kinder im Spiegelzelt abgegeben. Aber kurz vor Konzertbeginn sind auch ältere Semester auszumachen. Vielleicht haben die ja für PUR keine Karte mehr bekommen? Egal.

Meine Erwartungen an den Abend sind hoch, habe ich Alin mit Band doch schon zwei mal in sehr kleinem Rahmen live gesehen und bin gespannt, ob sich auch in diesem größeren Ambiente die vertraute Atmosphäre auftut, in die man sich hineinfallen lassen und im sanftem Takt verträumt mitschwingen kann.

Schon mal vorweg: Ich werde nicht enttäuscht werden. Aber dieser Auftritt ist anders. Fast alle neuen Songs singt Alin auf Englisch. Die Rhythmen sind überraschend härter, wenn auch nur ein bisschen; leichte Elektroeinschläge hörbar. Da sich die Band den Probenraum mit einer Metalband teile, mussten sie sich mit härteren Tönen Gehör verschaffen. Und Alin: Die strahlt wie gewohnt ins Publikum und das strahlt mit Applaus zurück.



Das Eis bricht schnell. Die neuen Klänge rahmt sie mit einer Stimme ein, der man nur schwer entkommen kann. Die musikalische Entwicklung der Band ist mutig. Auf dem Debütalbum „Wer bist du?“ dominierten sanfte, jazzige Klänge mit deutschen Texten, die sofort verständlich waren und unter die Haut gingen.

Mit den englischen Texten muss man sich länger auseinander setzen. Sie fesseln erst beim zweiten Takt. Aber diese Zeit sollte man sich nehmen. Konstant geblieben ist hingegen Alins Stimme. Schwer zu glauben, dass sie ihr Talent erst entdeckte, als sie nach dem Abitur nach Schweden ging und mehr oder weniger zufällig auf einer Bühne stand. Ihre Stimme ist dominant, zart und klar und schafft scheinbar problemlos jede Tonlage.

Geblieben ist auch die Mischung aus feinen Arrangements umrahmt von feinfühligen Texten, natürlich über Liebe, Trennung, Schmerz im Allgemeinen und Zorn im Besonderen, aber auch über Kriege „Riffles“ oder Gewalt in Beziehungen „A No Is A No“. Das Spektrum der Band ist größer geworden und die Richtung klar: Weiter So!

Als Zugabe darf dann aber ein Song vom ersten Album nicht fehlen. Mit „Festhalten“ klingt der Abend in verträumter Ekstase aus.



Mehr dazu:

 

Fotogalerie: Florian Forsbach

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz  bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.