Verlosung: Lee Scratch Perry im Jazzhaus

Bernhard Amelung

Lee "Scratch" Perry kommt ursprünglich aus Jamaica, gilt als Erfinder des Dub und lebt mittlerweile seit über zwanzig Jahren in der Schweiz. Am Donnerstag, 29. Mai, tritt er im Jazzhaus in Freiburg auf. fudder verlost dafür dreimal je zwei Eintrittskarten.



Der Schweizer Ort Einsiedeln, etwa vierzig Kilometer südöstlich von Zürich gelegen, ist bekannt für sein barockes Kloster. Fertig gestellt 1735, gilt es als Meisterwerk barocker Baukunst. Deckenfresken, Stukkaturen in Weiß und Gold, vielfarbige Ornamentik: Ein Blick in den Innenraum der doppeltürmigen Stiftskirche betört und verstört zugleich.


So geht es auch den - ausgewählten - Besuchern, die den Rückzugsort von Lee "Scratch" Perry, geboren 1936 als Rainford Hugh Perry, betreten dürfen. "Dort befindet sich Perrys Atelier, in dem offensichtlich seit Anbeginn ein Putz- und Aufräumverbot herrscht. Es riecht nach längst erloschenen Räucherstäbchen; auf dem Boden herrscht ein galaktisches Chaos; die Wände sind voller wirrer Kritzeleien." So berichtet der Schweizer Journalist Yann Cherix im Tagesanzeiger.

Bunt, barock ausgeschmückt, von einer kaum begreifbaren kosmischen Harmonie und Ordnung zusammengehalten, erscheint auch das Leben des Jamaikaners. Er wurde als Sohn einer Farmangestellten und eines Straßenarbeiters im Hinterland der Karibikinsel geboren. Mit Anfang zwanzig haute er von zuhause ab, um in der Hauptstadt Kingston einen Job in der Musikbranche zu bekommen. Erste eigene Platte: "Little Perry", erschienen 1958.

Mitte der 1960er Jahre gründete er sein Label Upsetter. Dort veröffentlichte er 1968 seinen Song "People Funny Boy", dem ein tiefer, schwankender Bass und stolpernde Beats zugrunde liegen, Perrys musikalische Handschrift. Mit seiner Studioband The Upsetters wurde er in Kingston zu einer anerkannten Größe, zahlreiche Musiker wollten mit ihm zusammen arbeiten. Dazu zählten auch Aston „Family Man“ Barrett und die Wailers um Peter Tosh Bob Marley. Mit diesen produzierte er unter anderem die Songs „Keep On Moving“, „Mr.Brown“ und das Album "Soul Revolution II".

Seine größten Erfolge feierte Perry, der heute gerne mit bunt eingefärbtem Bart auftritt, in den 1970er Jahren mit seinem Black Ark Studio. Dort experimentierte er mit Effekten wie Hall und Delay, arbeitete mit King Tubby zusammen, erarbeiteten Klangräume voller kosmischer Harmonien. Außerirdische Wesen sollen ihm das Bewusstsein dafür geöffnet haben, wird Perry nicht müde zu erzählen. In dieser Zeit entstehen die Alben "Double Seven", "Revolution Dub" und "Super Ape", um nur die bekanntesten zu nennen.

1979 brannte das Studio ab. Die Ursachen und Hintergründe sind bis heute ungeklärt. Perry verließ Jamaika, zog in die Schweiz. Der Rest ist Geschichte, ein kaum überschaubarer Veröffentlichungskatalog, zahlreiche Kooperationen mit - unter anderem - Mad Professor und Dieter Meier von Yello. Am Donnerstag, 29. Mai, tritt Lee "Scratch" Perry zusammen mit dem Schweizer Disc Jockey Startek und der Band White Belly Rats im Jazzhaus auf. Dort stellen sie das Album "Panic in Babylon" (2004) vor, erweitert um Klassiker aus 50 Jahren Reggae- und Dub-Geschichte Perrys.

Verlosung

fudder verlost dreimal je zwei Karten für Lee "Scratch" Perry & The White Belly Rats im Jazzhaus am Donnerstag, 29. Mai 2014. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit seinem Namen und dem Betreff "Lee Scratch Perry" an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist Dienstag, 27. Mai 2014, 12 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden sofort nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt.

Mehr dazu:



Was: Lee "Scratch" Perry & The White Belly Rats.
Wann: Donnerstag, 29. Mai 2014, 20 Uhr.
Wo: Jazzhaus.

[Foto: Lee Scratch Perry/Promo]