Verkehrsüberwachungsaktion für Motorräder rund um Freiburg

Nina Braun

Die Polizeidirektion Freiburg plant über den gesamten Monat Mai hinweg im Stadtkreis Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald eine groß angelegte Verkehrsüberwachung von Motorrädern. Insbesondere an Wochenenden und Feiertagen, wenn es die Biker ins Freie zieht, werden auch die Polizisten auf Tour sein. Ziel der Aktion ist es, die Unfallzahlen auch dauerhaft zu senken.

Mit sogenannten Videokrädern wird die Polizei auf den Straßen um Freiburg unterwegs sein: Die so bezeichneten Motorräder wie auch ihre Fahrer sollen nicht als der Polizei zugehörig erkenntlich sein, aber Geschwindigkeitsübertretungen oder riskante Überholmanöver filmen und noch vor Ort ahnden. Jedes Fehlverhalten wird direkt verfolgt.


Neben den Videokrädern werden außerdem Lasergeschwindigkeitsmesser eingesetzt, mit denen verdeckt gearbeitet werden kann. Auch sie haben eine unmittelbare Ahndung zum Ziel. "Wenn es möglich ist, halten wir die Leute direkt an, so dass wir auch gleich mit ihnen sprechen können", erklärt Polizei-Pressesprecher Karl-Heinz Schmid. "Wir möchten da vor allem verkehrserzieherisch wirken."

Jeder Regelverstoß wird empfindlich bestraft, Verkehrssünder müssen mit hohen Bußgeldern und sogar mit Fahrverbot rechnen. Die Aktion wurde bewusst auf den Wonnemonat Mai gelegt, wenn das Wetter besser wird und die Ausflügler erstmals nach draußen lockt. Im Vorjahr ereigneten sich hier auf den Straßen der Polizeidirektion Freiburg acht schwere Verkehrsunfälle.



"Zu Beginn der Motorradsaison sind die meisten Kradfahrer noch ungeübt. Dieses Ungeübtsein und eine latente Risikobereitschaft sind meist ursächlich für schwere Unfälle", erklärt Daniel Ruß, Leiter der Verkehrspolizei. Erst kürzlich, am 20. April 2008, wurde ein 45-jähriger Motorradfahrer auf der B 500 zwischen dem Thurner und der Gemeinde Breitnau getötet (siehe Bild oben). Heute stürzte ein Motorradfahrer zwischen Bärental und Feldberg und wurde schwer verletzt.

Auch über die Aktion hinaus sollen die Kontrollen im Zweiradverkehr daher verschärft werden. Ziel ist es, die Unfallzahlen nicht nur kurz-, sondern vor allem langfristig zu senken. So setzt die Polizeit neben den repressiven Maßnahmen - Überwachungen und Strafen - auch auf präventive: Aufklärung und Verkehrserziehung. Die Direktionen Freiburg und Waldshut-Tiengen haben am vergangenen Wochenende bereits einen Biker-Tag am Schluchsee organisiert, um das Thema in Gesprächen zwischen Motorradfahrern und Polizisten aus dem gesamten Dreiländereck aufzuarbeiten. Mehr als 2500 Biker nahmen teil.

Hohe Unfallzahlen hatten bereits im März zu verstärkten Kontrollen auch bei Fahrrädern geführt.

Der Schwerpunkt der Motorrad-Überwachungen wird auf den Hauptunfallstrecken liegen:

  • die L 123, Münstertal - Wiedener Eck
  • die L 124, Schauinsland
  • die B 31, Höllental, insbesondere Breitnau
  • die B 500 und B 315 im Hochschwarzwald
  • die L 131, Badenweiler
  • die L 127, St. Peter - St. Märgen