Verborgene Theken: Die Tapas-Bar im Kandelhof

Claudia Förster

Der Kandelhof ist für sein Kino bekannt, das oft unbekanntere und kleinere Produktionen spielt. Wand an Wand zu den Kinosälen wartet aber noch ein weiterer Hotspot: Das spanische Restaurant im Kandelhof.

Das Ambiente

Wenn man gemütlich an einem der Mosaiktische sitzt, im Hintergrund Gitarrenmusik läuft und man aus dem Fenster auf Wäscheleinen im Innenhof schaut, kommt es einem glatt vor, als säße man irgendwo in Andalusien. Gemälde von Toreros und Flamencotänzerinnen, bunt geflieste Mäuerchen und Pflanzen in Terracotta-Töpfen vollenden das Spanien-Feeling. Gleichzeitig ist die Atmosphäre entspannt, erinnert eher an spanische Kneipen als an gehobenen Luxus. Perfekt, um sich mit seinen Freunden ein paar Tapas zu teilen und einen lauen Sommerabend bei einem Glas Sangria ausklingen zu lassen.

Das Publikum

Gemischt – von jungen Pärchen und älteren Gruppen bis zu den Kinobesuchern, die sich nach dem Film noch ein Glas Rioja gönnen.

Das Konzept Tapas

"Ich gehe Tapas essen", hört sich sehr hip an, doch was ist das eigentlich? Mit Tapas bezeichnen Spanier allerlei Häppchen, die gern bei einem Glas Bier oder Wein als Aperitif gegessen werden. Klassiker sind Oliven, ein Teller Ibérico-Schinken oder ein Stück Tortilla (spanischer Kartoffelkuchen). Einige typische Tapas-Gerichte sind etwas aufwendiger, zum Beispiel frittierte Tintenfischchen oder gefüllte Paprika mit Thunfisch. Der Clue beim Tapas-Essen ist das Teilen: Man muss sich nicht für ein Gericht entscheiden, sondern bestellt zusammen mit Familie oder Freunden ein paar Tapas und teilt dann alles. Je mehr Tapas und je mehr Mitesser, desto vielfältiger und leckerer.

Die Karte

Außer typisch spanischer Paella gibt es nur wenige Hauptgerichte, zum Beispiel eine gemischte warme Tapas-Platte oder eine Salatplatte. Auf der Karte stehen hauptsächlich Tapas: Unter den warmen Varianten finden sich Hähnchenkeulen in Knoblauch-Weißweinsoße, Albóndigas (spanische Fleischbällchen) in intensiv-würziger Tomatensoße, gegrilltes mediterranes Gemüse oder weiße Bohnen mit Chorizo. Serviert wird in kleinen Tonschalen, zu allen Gerichten wird Brot gereicht. Als kalte Tapas gibt es Serrano-Schinken, Manchego-Käse, eingelegte Artischocken, Tortilla oder Oliven. Neben einer großen Auswahl an spanischem Rioja-Wein gibt es auch Sangría, ein spanisches Getränk, das hauptsächlich aus Rotwein und frischen Früchten besteht. Zum Nachtisch gibt es Crema Catalana mit perfekt krosser Karamelldecke und das ausgefallene, aber sehr leckere Hausdessert: Milchreis mit Rosenwasser.

Die Preise

Die warmen Tapas kosten zwischen 6 und 10 Euro, kalte gibt’s ab 5 Euro. Mittwochs gibt es einen Tapas-Teller und ein kleines Bier für 8,90 Euro. Eine warme Tapas-Platte bekommt man für knapp 16, eine Portion Paella für 13 Euro. Wenn man bei den Tapas wirklich Auswahl haben will, landet man schnell bei zwanzig Euro pro Person, doch das ist die Qualität wert. Großer Pluspunkt: Für Studierende gibt es zwanzig Prozent Rabatt.

Fazit

Spanier könnten hier einige ihrer Lieblingstapas vermissen, vor allem Fisch und Meeresfrüchte. Im Vergleich zu spanischen Kneipen, in denen die Tapas-Auswahl oft mehrere Seiten umfasst, ist die Auswahl ziemlich klein – dafür aber von herausragend guter Küche. Der Tomatensoße, die herrlich intensiv schmeckt, merkt man die Liebe an. Und dass es nur wenig Fisch gibt, ist angesichts der geografischen Lage gar nicht schlecht. Fazit: Der Kandelhof überzeugt mit Klasse statt Masse.

Adresse

Spanisches Restaurant & Tapas-Bar Kandelhof
Kandelstraße 27
79106 Freiburg
Telefon: 0761/2925577

Öffnungszeiten

Täglich von 16 bis 0.30 Uhr geöffnet

Kandelhof spanisches Restaurant: Website & Facebook



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