Verborgene Theken: Das neue Restaurant Johann in der Wiehre

Anika Maldacker

Seit Anfang November hat in der ehemaligen Kneipe Mondo das Johann geöffnet. In schlichtem Raum bietet das Pächter-Ehepaar Stolz regionale und mediterran angehauchte Küche, aber auch badische Spezialitäten.

Das Ambiente

Schlicht und einfach haben es die Pächter vom Johann in der Wiehre mit ihrer Einrichtung gehalten: Helles Parkett trifft auf dunkle Holzstühle. Warmes Licht taucht den Schankraum in eine gemütliche Atmosphäre. Ein Gegensatz zum quirligen Vorgänger, dem Restaurant Mondo, das Ende 2017 nach 14 Jahren geschlossen hatte. Dort war das Motto "Rund um den Globus". Mehrere Monate standen die Räume nun leer. Bis am 10. November 2018 das Johann eröffnete. Dort gibt es keinen Raucherbereich mehr, wie noch im Mondo. "Essen und rauchen, das passt nicht zusammen", sagt Geschäftsführerin Alexandra Stolz. Das Haus ist denkmalgeschützt und wurde um das Jahr 1903 erbaut. Mit den ersten Wochen Betrieb sind die Betreiber bisher zufrieden.

Das Besondere

Der großzügig gestaltete Gastraum mit dem schlicht-stylischen Ambiente in der schicken Wiehre-Umgebung ist sicherlich eine Besonderheit dieses Lokals.

Außerdem das Duo aus zwei Köchen, die für die Abendküche zuständig sind. Darunter ein italienischer Koch, der sich um die Pasta und das Risotto kümmert und die Focaccia backt. Der zweite Koch, der unter anderem bei Douce Steiner in Sulzburg und Franz Keller im Schwarzen Adler gelernt hat, kümmert sich um den Rest.

Die Betreiber

Das Ehepaar Alexandra und Andreas Stolz führt das Johann gemeinsam. Sie als Geschäftsführerin, er als Inhaber. Die 52-Jährige und der 58-Jährige haben vor 19 Jahren drei Jahre lang die Erlenbacher Hüttebei Oberried geführt. Sie als Köchin, gelernt hatte sie bei Franz Keller Junior im Rheingau. Als das erste Kind kam, stiegen die Stolz’ aus der Erlenbacher Hütte aus. Andreas Stolz eröffnete als Physiotherapeut eine Praxis beim Olympiastützpunkt, wo er für den olympischen Kader zuständig war. Sie arbeitete später wieder als Küchenleitung in der Waldorf-Schule im Rieselfeld.

Seit einigen Jahren haben sich die beiden, die derzeit in Munzingen wohnen, nach einer passenden Lokalität umgeschaut. Bevorzugt in der Freiburger Stadtrandlage. "Dieser Ort hat am besten gepasst", sagt Andreas Stolz. Auch das Verhältnis zu den Verpächtern, der Familie Feierling-Rombach, hat gestimmt.

Name und Konzept

Der Name rührt von der Straße, an der das Johann liegt: der Johann-von-Werth-Straße in der Wiehre. "Zunächst wollten wir den Laden Johanns nennen", sagt Geschäftsführerin Alexandra. Zuletzt wurde es dann schlicht Johann.

Das Pächter-Ehepaar setzt auf regionale Produkte und eine mediterran angehauchte Küche mit vielen Bio-Produkten. Das Bio-Gemüse kommt vom Rinklin in Eichstetten und Schuchardt Naturkost in Freiburg. Das Fleisch von Dürr und Mager Geflügelhof in Grafenhausen und Kaltenbach in Schallstadt, der Fisch von Südfisch. Kaffee und Tee beziehen die Stolz’ von Seeberger. Das Brot lassen sie von der Bäckerei Lay in Freiburg liefern, die italienische Focaccia wird selbst gebacken. Den Feldsalat liefern die Munzinger Produzenten Bächle und Kiefer.

Speisekarte

Mittags frisch und schnell, abends eine etwas feinere Küche, das haben sich die Stolz’ vorgenommen.

Der Mittagstisch wechselt täglich und soll unter anderem mit saisonalen Produkten verarbeitet werden. Mittags kochen die Pächter im Wechsel mit einem Beikoch. Beim fudder-Test am Donnerstag standen Basmatireis mit Ratatouille, Penne mit Schinken, Kirschtomaten und Parmesan und ein sehr leckeres Hühnerfrikassee mit Basmatireis auf dem Menü. Dazu gab’s einen grünen Salat mit hauchdünnen Karottenscheiben.

Abends gibt es eine feinere Auswahl à la Carte, die italienische Klassiker mit Highlights der badischen und deutschen Küche verbindet. Lachs mit Fenchelsaat, Zitrone und Spinat, Risotto und hausgemachte Tortelloni stehen auf der Karte. Aber auch Deftigeres wie Badisches Schäufele mit Rieslingkraut, Wiener Schnitzel und geschmorte Kalbsbäckle mit Wirsing sind zu finden.

Es gibt Kartoffel-Lauchsuppe und Hühnerbrühe mit Bio-Hühnchen, auf der Dessertkarte stehen Tiramisu und Créme Brûlée.

Preise

Preislich bewegt sich der Mittagstisch zwischen 8,50 Euro und 10,50 Euro. Gegen einen Aufpreis von zwei Euro gibt es noch einen Salat und einen Espresso.

Die Abendkarte ist etwas teurer. Den Lachs gibt es für 18,50 Euro, das Wiener Schnitzel für 23,50 Euro, das Badische Schäufele für 13,50 und das Risotto für 15,50 Euro.

Das Publikum

Klassisches Wiehre-Publikum, aber auch andere, die bereit sind, ein paar Euro mehr für ein leckeres Essen auszugeben.

Wer abends essen will, sollte am Wochenende reservieren, unter der Woche sicherheitshalber ebenfalls.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag: 11.30 Uhr bis 24 Uhr

Samstag: 17 Uhr bis 24 Uhr

Sonntag und Montag: Ruhetag

Warme Küche:

Dienstag bis Freitag: 11.30 Uhr bis 14 Uhr

Dienstag bis Samstag: 18 Uhr bis 21.30 Uhr

Nachmittags: Kaffee und Kuchen

Adresse:

Johann

Johann-von-Weerth-Straße 9

Telefon: 0761/401 98 270



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