Verborgene Theken (14): Friedrichs-Hofgalerie [GESCHLOSSEN]

Stephan Elsemann

In einer ehemaligen Quartierskneipe in Herdern hat der Koch Jörg "Tattoo" Schmidt ein ungewöhnliches Restaurant eröffnet, mit gastfreundlicher Preiskalkulation. Das Restaurant soll auch ein Forum für kulturelle und künstlerische Aktivitäten werden.





Ambiente

Ursprünglich war die Kneipe im dem rustikalen, sehr verbreiteten Stil gehalten, den die Einrichter von Brauereikneipen für den Geschmack ihrer Gäste halten - im Volksmund auch Ganter-Barock genannt.
Jörg Schmidt hat das Interieur seines neuen Restaurants gründlich entrümpelt. Die Brauereieinrichtung wurde zwar übernommen, aber neu lackiert.
Herausgekommen ist ein eigenwilliger Stilmix, aus großen Gemälden, Kunsthandwerklichem, Büchern, die man lesen und auch kaufen kann und aus dem aufgepepptem Rustikalmobiliar, das eben schon vorher da war.
Ungewöhnlich, aber sehr gemütlich.



Publikum

Nach drei Monaten hat sich noch kein Stammpublikum gebildet. Man kann den Friedrichshof also für sich und Freunde entdecken und erobern.

Kaffeepreis

Milchkaffee für 2,30 Euro; Ein Viertel Gutedel 2,90 Euro. Die Weine kommen von den Weingütern Engler und von Gleichenstein.



Auf der Speisekarte

Drei Tagesmenüs für 4,90 - 7,90 Euro; Vegetarisch, mit Fleisch oder mit Fisch. Zum Beispiel: "Mit Tomaten gefüllte Gnocchi auf Zucchini-Auberginengemüse, dazu Käsesauce". Salat und Nachtisch sind im Preis mit drin. Kaum zu glauben: Alles was auf dem Foto oben an Speisen zu sehen ist, kostet zusammen nur 4,90 Euro.

Glücklich, wer sich für eins der Menüs entscheiden kann, denn die Speisekarte ist so umfangreich, dass man verhungert, bevor man mit der Lektüre fertig ist. Auf die hausgemachten Teigwaren und "die besten Kräuter-Gnocchi der Stadt" ist der Wirt besonders stolz.
In Zukunft möchte er vermehrt Eintöpfe kochen, "weil die immer wieder verlangt werden".

Mit Burgoo hat er einen Anfang gemacht. Das ist ein kanadischer Wilderertopf, der Bison, Rindfleisch, Lamm, Hühnchen, Wildschwein, roten Landwein, frisches Gemüse und Ahornsirup enthält. "Kein anderer Eintopf symbolisiert und vereint die Werte der nordamerikanischen Pioniere so umfassend wie der Burgoo", steht auf der Speisekarte. Für 12,80 Euro ist man dabei.



Das Besondere

Feinstes aus Küche, Kunst und Kultur sollen im Friedrichshof zusammenfinden. Für die Küche sorgt Jörg Schmidt. Für die Kunst aber eigentlich auch, ist er doch dank seiner Tattoos selbst zum wandelnden Kunstwerk geworden. Zusammen mit Freunden des Lokals wurde ein Kunst-und Kulturverein gegründet, der zahlreiche Aktivitäten in- und außerhalb des Restaurants anschieben soll. Auch die beiden Daddelkästen im Lokal sind rührige Mitglieder, denn sie spenden stolze 50 Prozent ihrer Einnahmen für den Verein.



Wegbeschreibung

Der Friedrichshof liegt gegenüber dem Finanzamt. Finanzamt unbekannt?
Also dann: Wer aus der Innenstadt kommt, sollte vom Siegesdenkmal stadtauswärts die Habsburgerstraße fahren, links in in die Rotlaubstraße einbiegen und bis zum Ende fahren. Der Friedrichshof liegt rechts an der Ecke zur Sautierstraße. 6 - 8 Minuten sind's vom Bertoldsbrunnen mit dem Fahrrad, ca. 10 - 12 Minuten zu laufen. Vom Uni-Institutsviertel ist es nur ein Katzensprung.

Adresse


Friedrichs-Hofgalerie

Sautierstr. 32
79102 Freiburg
0761-3894785
Website

Öffnungszeiten


Montag - Freitag
11:45 - 14.30 Uhr & 17.30 – 24.00 Uhr
Samstag 17:30 – 01:00 Uhr
Sonntag 9:00 -  24:00 Uhr