Velo-Passion: Mein Fahrrad und ich

Anna-Lena Zehendner

Fünf Leute aus Freiburg erklären ihre spezielle Fahrrad-Passion: Ein Fixie-Radler, ein Downhiller, eine Beach-Cruiserin (Foto), ein BMX-Artist und eine Stadtvelo-Frau.



Quietschendes Stadtrad

Meike Reinhard, 21:

„Ich habe das Fahrrad gebraucht auf einem Fahrradmarkt gekauft. Es quietscht unheimlich. Außerdem ist die Kette total verrostet und die Bremsen funktionieren nicht richtig. Mein Bremsweg ist daher sehr lang und ich muss oft  zusätzlich die Füße einsetzen. Doch ich finde das Rad unglaublich gemütlich und irgendwie schön, auch wenn es lila ist. Am liebsten fahre ich damit an der Dreisam entlang.

Früher träumte ich davon, mal einen VW-Bully zu fahren und ihm dann den Namen Eugen zu geben. Heute habe ich leider keinen Führerschein und daher habe ich eben mein Fahrrad Eugen getauft. Das Gute an Eugen ist, dass ich bei ihm keine Angst haben muss, dass er geklaut wird. Außer mir will ihn einfach niemand. Eugen ist daher das perfekte Freiburger Stadtfahrrad.“



Fixie

Lars Wulfmeier, 29:

„Zusammen mit einem Kumpel habe ich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Vorderradspeichen von meinem Fixie-Rad geflochten. Die Anleitung dazu hatte ich mir aus dem Internet besorgt. Wir trafen uns vor der Fahrradwerkstatt, in der ich als Zweiradmechaniker arbeite, hörten Musik, schraubten an unseren Rädern. Es war ganz lustig, weil irgendwann die Leute aus dem Cräsh an uns vorbei liefen und gespannt dabei zusahen, was wir da machen.

Normalerweise dauert es nur 35 Minuten, um einfache Speichen aufzuziehen. Aber für meine doppelt geflochtenen Vorderradspeichen habe ich insgesamt zwei Tage gebraucht. Auch den Freilauf habe ich an meinem Fixie-Rad selbst festgeschweißt. Jetzt kann man damit rückwärtsfahren, wie es sich für ein Fixie gehört. Daran übe ich allerdings noch. Das Rad ist daher mehr ein Kunstrad als ein Zweckrad. Ich übe mehr kleine Tricks, als dass ich längere Strecken zurücklege. Auf alle Fälle ist es das Juwel unter meinen Fahrrädern.“



Downhill Fully

David Schmied, 19:

„Mit fünf Jahren bekam ich von meinem Vater ein kleines BMX-Rad. Ein Jahr später mein erstes Mountainbike. 1999 fuhr ich mein erstes Crosscountry-Rennen. Bis heute fahre ich bei solchen Rennen mit, doch seit 2007 bin ich mehr auf Downhill umgestiegen. Mein Fully ist von Rose, von denen ich seit diesem Jahr gesponsert werde, und kostet etwa 3300 Euro. Das besondere an einem Downhill-Bike ist der lange Federweg von etwa 20 Zentimetern.

Außerdem hat es im Vergleich zum Mountainbike bessere Bremsen und ist auch wesentlich schwerer. Mein Rad wiegt 18 Kilo. Man kann fast sagen, dass ein Downhill-Fahrrad wie eine Motorcross-Maschine ohne Motor ist. Es ist daher auch zu schwer, um damit den Berg hinaufzufahren. In Todtnau am Hasenberg, wo ich eigentlich jedes Wochenende trainiere, gibt es daher einen Lift. Wenn ich in den Freiburger Wäldern unterwegs bin, laufe ich entweder den Berg hoch oder lasse mich von Freunden hochbringen.“



Beach Cruiser

Stefanie Schöne, 30:

„Ich habe diesen Beach-Cruiser vergangenes Jahr einem Freund für gerade mal 20 Euro abgekauft. Allerdings war es da schon so kalt, dass ich das gute Stück gar nicht mehr nutzen konnte. Jetzt freue ich mich umso mehr, endlich damit fahren zu können. Das ist einfach das perfekte Rad, um gemütlich in Freiburg rumzucruisen.

Da so ein Cruiser natürlich auch cool aussehen muss, habe ich mir schon zwei Würfelventile gekauft. Außerdem möchte ich mir noch ein schickes Bastkörbchen für den Lenker zulegen. Finde ich praktisch und irgendwie witzig. Dann ist aber auch erst mal genug gepimpt. Ich werde das Fahrrad sowieso nur als Zweitrad nutzen. Wenn ich einfach mal etwas durch die Stadt kurven möchte, ohne es irgendwo lange abstellen zu müssen. Ich habe Angst davor, dass mir mein Beach-Cruiser geklaut werden könnte.“



BMX

Leo, 16:

„Vor drei Jahren fing ich an mit dem BMX-Fahren. Aber erst seit einem Jahr übe ich damit Tricks. Am liebsten am Freiburger Busbahnhof. Manchmal gehe ich aber auch in den Dirtpark im Dietenbachgelände oder vors Stadttheater, hier trifft man immer auf Gleichgesinnte.

Mein Lieblingstrick ist der Barspin, also eine Lenkerdrehung während eines Sprungs. Den muss ich momentan allerdings wieder gut üben, da ich einen neuen Lenker an meinem Bike habe und das macht schon einen Unterschied. Oft üben meine Freunde und ich bis spät in die Nacht unsere Tricks. Leider haben wir dabei schon öfter Stress mit der Polizei bekommen, da ein BMX-Rad ja weder Bremsen noch Licht hat. Gestylt habe ich mein Rad selbst. Anfangs war der Rahmen orange, ich habe ihn weiß lackiert, in Abständen mit schwarzem Gaffa Tape abgeklebt und Deadline drauf geschrieben. Jedes BMX-Bike ist daher ein Unikat.“

Mehr dazu: