VAG streikt am Donnerstag

Claudia Füßler

In Freiburg wird am Donnerstag kein Bus und keine Bahn der VAG fahren – sie bleiben im Depot. Und zwar den ganzen Tag über. Auch die Schauinslandbahn wird still stehen. Ausnahmen gibt es nur bei den Umland-Buslinien. Der Unterricht an den Schulen soll planmäßig stattfinden.



Während Reiner Geis, Geschäftsführer von Verdi Südbaden, gestern noch von "erheblichen Beeinträchtigungen im Nahverkehr" sprach, kündigte VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt einen Tag ohne Öffentlichen Nahverkehr an. "Sie müssen damit rechnen, dass Sie mit ganz wenigen Ausnahmen keinen Bus und keine Straßenbahn kriegen", so Hildebrandt.


Lediglich die Umland-Buslinien 15 (Hornusstraße – Gundelfingen/Wildtal – Hornusstraße), 16 (Gundelfingen – "Möbel Mann" – Hornusstraße), 18 (Ebnet – Lassbergstraße), 31 (Breisach – Rimsingen – Waltershofen – Umkirch – Paduaallee) und 32 (Paduaallee – Umkirch – Waltershofen – Opfingen – Maria-von-Rudloff-Platz – Munzinger Straße) werden wie gewohnt fahren, da diese von Fremdunternehmen betrieben werden. Ebenfalls nicht bestreikt werden die Busse der Südbaden-Bus GmbH.

"Sie sollten allerdings einkalkulieren, dass Sie keinen Anschluss bekommen, wenn Sie mit einem dieser Busse an eine Straßenbahnhaltestelle fahren", warnte Hildebrandt. Voraussichtlich den ganzen Tag über werde keine einzige Bahn den VAG-Betriebshof verlassen. Von den 700 Mitarbeitern der VAG sind 320 im Fahrdienst beschäftigt und zum Streik aufgerufen. Auch die Schauinslandbahn wird bestreikt. Der Betriebsrat der VAG war für eine Stellungnahme am Dienstag nicht mehr erreichbar.

"Über Teilnehmerzahlen können wir noch nichts sagen, da wir erst mit dem Mobilisieren begonnen haben, aber fest steht, dass auch aus Freiburg Busse nach Stuttgart fahren werden", sagte Reiner Geis.

Dienstagmittag informierte Verdi alle Freiburger Schulen per Fax über die erwarteten Ausfälle im Nahverkehr. "Ich habe mit Rolf Behrens, dem geschäftsführenden Schulleiter der Freiburger Gymnasien, Rücksprache gehalten, und wir sind überein gekommen, am Donnerstag den regulären Unterricht stattfinden zu lassen", sagt Eberhard Fugmann, Rektor des Rotteck-Gymnasiums. Verspätungen von Schülern würde man der Situation entsprechend flexibel handhaben und nicht ahnden. Unklar ist, wie die Schüler ohne Bus und Bahn zur Schule kommen können, zumal das Wetter nicht unbedingt radlerfreundlich ist.

Auch die ASF wird von den Warnstreiks betroffen sein, zu den möglichen Konsequenzen für die Müllabfuhr konnte Geschäftsführer Michael Broglin gestern noch nichts sagen. "Definitiv fest steht aber, dass der Winterdienst darunter nicht leiden wird", so Broglin.

Oberbürgermeister Dieter Salomon, der an den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes im Februar und März 2008 in seiner Funktion als Landesvorsitzendes des kommunalen Arbeitgeberverbandes teilgenommen hatte, ist dieses Mal außen vor, da er sich im Wahlkampf befindet. Stattdessen sitzt jetzt sein Stellvertreter Johannes Fuchs, Landrat des Rems-Murr-Kreises, mit am Verhandlungstisch.

Dieser Text ist heute in der Badischen Zeitung online erschienen.