Uniwahl-Check: RCDS

Christian Deker

Es gibt sechs Alternativen für das Kreuzchen bei der Uniwahl. Doch welche soll man nehmen? fudder gibt eine kleine Entscheidungshilfe und stellt den jeweiligen Spitzenkandidaten der Gruppierungen zehn Fragen. Heute antwortet Bernhard Maas vom RCDS.

 



Wer bist Du? Bitte stell Dich doch kurz vor!

Mein Name ist Bernhard Maas, ich bin 28 Jahre alt und studiere Jura im 6. Semester. Ein Theologiestudium habe ich bereits abgeschlossen, gegenwärtig schreibe ich noch an einer Dissertation im Fach Pastoraltheologie. Ich wohne im schönen Freiburger Osten in Littenweiler und seit vier Wochen bin ich auch glücklich verheiratet… :-)

Warum sollte man gerade Euch wählen?

Zunächst einmal sollte man überhaupt wählen! Es ist einfach schade, dass die Wahlbeteiligung letztes Jahr beispielsweise bei 13 Prozent lag.
RCDS sollte man wählen, wenn man hinter unserem Programm steht. Wir wollen an der Uni mehr Kooperation statt der Konfrontation, die von anderen Studentengruppen immer wieder gesucht wurde (Besetzung des Rektorates, Boykott, Störung des Jubiläumskonzertes,…).  Diese Kooperation wollen wir vor allem in den Bereichen Verwendung von Studiengebühren, bei den neuen Studiengängen mit Bachelor und Master, aber auch bei Profanerem, wie Mensa und Studentenwerk verwirklichen.

Was unterscheidet Euch von den anderen?

Vieles erscheint auf den ersten Blick ähnlich, so haben beispielsweise alle Gruppen im Wahlkampf erklärt, dass sie sich für einen kostenneutralen Transfer der Studenten mit der Straßenbahn von der Innenstadt zur Stadthalle während des Umbaus der UB einsetzen werden. Aber es gibt auch große Unterschiede. Zunächst stehen wir im Gegensatz zum bisher "regierenden" buf und zur Linken, was das "u-Modell" anbelangt, es gibt aber auch grundsätzliche Unterschiede zu den anderen konkurrierenden Gruppierungen. Etwa was unsere Haltung zur verfassten Studierendenschaft anbelangt. Wir sind gegen eine solche Zwangskörperschaft mit eigenem Beitragsrecht und sind der Auffassung, dass auch der AStA die Interessen der Studenten gut vertreten kann.

Die Gewissensfrage: u-Modell. Ja? Nein? Vielleicht?

Nein! Ganz sicher nicht :-) !

Warum?

Das so genannte "u-Modell" hat ausgedient. Es gibt keine Gründe, dieses Modell weiter aufrechtzuerhalten. Am 3. Juli werden der Senat und der AStA gewählt. Die Entscheidungen sollten nach unserem Demokratieverständnis auch in diesen Gremien getroffen werden und zwar von denen, die bei der Wahl das Vertrauen der Studenten erhalten haben. Das jetzige Modell, das basisdemokratisch ausgerichtet ist, führt dazu, dass einige nicht demokratisch legitimierte Studenten die Dinge unter sich ausmachen. Die oftmals äußerst geringe Beteiligung an Vollversammlungen, die im u-Modell eine wichtige Rolle einnehmen, dokumentiert dies. Das u-Modell ist nicht geeignet, den Willen der Studentenschaft zu verkörpern.



Wie steht Ihr zum Thema Studiengebühren?

Wir halten Studiengebühren vom Prinzip her für sinnvoll. Wir Studenten haben später einen sichereren und besser bezahlten Arbeitsplatz als die meisten anderen und das verdanken wir unserer Ausbildung an der Uni. Es ist daher gerecht, uns auch an den Kosten dieser Ausbildung zu beteiligen. Ich denke, das ist so ähnlich wie mit Steuern. Sie sind schon irgendwie sinnvoll, aber natürlich bezahlt man sie selbst trotzdem nicht mit übergroßer Freude… Wichtig ist, dass die Studiengebühren auch wirklich zu einer Verbesserung der Situation führen und ausschließlich für die Lehre eingesetzt werden. Klar ist: Hier darf es keine Verschiebebahnhöfe geben, hier braucht es unbedingt (mehr) Transparenz! Ansonsten gilt: Wenn wir schon bezahlen, dann muss auch die Leistung stimmen.

Wenn nächstes Jahr der amtierende Rektor Jäger in den Ruhestand geht, hinterlässt er so einiges: unter anderem ein großes Unijubiläum und vielleicht auch eine Elite-Uni. Wie seht Ihr Euer Verhältnis zum Rektorat?

Wir sind stolz auf unsere Uni und ihr Geschichte und wir freuen uns, hier studieren zu können. Wir sind auch der Auffassung, dass es richtig ist, ein solches Jubiläum ordentlich zu feiern. Über einzelne Punkte lässt sich immer trefflich streiten, aber die große Linie stimmt beim Jubiläum.
Die Exzellenzinitiative, die noch von Ministerin Bulmahn (SPD) angestoßen wurde hat einen guten Wettbewerb der einzelnen Hochschulen ausgelöst. (Man kann ja ruhig auch mal die SPD loben, wenn von ihr ein Mal etwas Gutes kommt :-)) Wir hoffen, dass es unsere Uni schafft, am Ende des Jahres eine solche "Elite-Uni" zu sein. Dabei geht es nicht nur um das Geld, das in der Folge zusätzlich an unsere Universität fließt, sondern noch mehr darum, dass damit auch anerkannt und dokumentiert wird, dass die hier Lehrenden und Studierenden auf einem guten Weg sind. Rektor Jäger setzt sich engagiert für Exzellenz an der Uni Freiburg ein; unser Verhältnis ist gut.

Wo seht Ihr an der Uni Freiburg den größten Handlungsbedarf? Was sind Themen, die den Studenten und Euch unter den Nägeln brennen?

Ein ganz wichtiges Thema ist die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge. Die Studenten aber auch die Dozenten brauchen bezüglich dieser neuen Studiengänge dringend mehr Beratung, das ganze muss insgesamt transparenter werden.
Darüber hinaus beschäftigt uns natürlich die Verwendung der Studiengebühren. Wenn wir schon bezahlen, dann muss auch klar sein, dass wir mehr Leistung von Seiten der Uni erhalten. Das betrifft Öffnungszeiten und Ausstattungen der Bibliotheken ebenso wie Angebote von Tutoraten oder die Studienberatung.
Die äußeren Rahmenbedingungen für das Studium hier sind bereits besser als an vielen anderen Unis in Deutschland, aber wir haben in vielen Bereichen auch noch deutlich Potential.

Viele haben gegen die ASta-Wahlen das Vorurteil, dass sich hier Studenten nur als „Jung-Politiker“ profilieren wollen. Was sagt Ihr dazu?

Zunächst einmal: Politik ist eine wichtige Sache und sie geht uns alle an. Jung und Alt genauso wie den Bundespräsidenten und den Wähler von nebenan. Wir sehen dennoch unsere erste Aufgabe nicht in der "großen Politik", dafür sind andere da.
Wir wollen die Situation der Studenten an unserer Universität verbessern. Das sehen wir als unseren Auftrag an und das ist unser primäres Ziel. Es geht uns nicht um Profilierung, aber sehr wohl um das Profil, das wir als Uni haben. Wenn sich Studenten, auch in anderen Gruppierungen, engagieren, so sehen wir dies zunächst grundsätzlich positiv.

Sonst noch was?

Die Stadt Freiburg wirbt mit ihrem besonderen Charakter als Unistadt: Wir haben in diesem Zusammenhang die Vision von einem "Studententag". So könnten Studenten an einem Tag der Woche in allen teilnehmenden Bars, Kneipen, Diskos, Kinos und Geschäften entsprechende Vergünstigungen erhalten. Wir setzten uns in diesem Bereich für eine stärkere Kooperation zwischen Stadt, Universität, Gastronomie, Einzelhandel und der Studentenvertretung ein.
Wir verbringen hier in Freiburg an unserer Uni die schöne und wertvolle Zeit unserer Ausbildung. Wir wollen, dass diese Zeit nicht einfach so verstreicht, wir wollen sie aktiv gestalten, für uns, und für alle unsere Kommilitoninnen und Kommilitonen.
Wir möchten euch alle bitten, von euerem Wahlrecht auch Gebrauch zu machen. Gerne setzen wir uns für euch ein, dafür bitten wir um euer Vertrauen.
Am 3. Juli: Liste 6!

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