Der Sonntag

Werbekampagne

Uniklinik sucht mit Filmplakaten nach neuen Mitarbeitern

Jens Kitzler

Die Freiburger Universitätsklinik arbeitet mit einer ungewöhnlichen Plakataktion gegen den Personalmangel und für ein anderes Image

Hier mit stahlhartem Blick, da ultracool, ja, so schauen Filmstars eben drein, die auf Plakaten für neueste Actionstreifen werben. Aber halt, "Interdisziplinäres Tumorzentrum"? Hm, eher doch kein Film. Aha, die Uniklinik. So was.


Gedankengänge dieser Art setzt die Universitätsklinik seit einigen Tagen tausendfach in den Köpfen von Freiburger Passanten in Gang. An Straßenbahnhaltestellen und Litfasssäulen hängen die Plakate, die die grafische Formsprache von Kinoklassikern wie Matrix oder Django imitieren und dann aber doch für eine Karriere im Job-Spektrum der Klinik werben.

"Ursprung für die Idee war natürlich die Herausforderung des Personalmangels in diesem Bereich", sagt Benjamin Waschow, Sprecher der Freiburger Universitätsklinik. Händeringend werden Pflegekräfte benötigt genauso wie Fachärzte. "Wir haben uns deswegen mit der Stabsstelle Personalentwicklung zusammengesetzt und uns gesagt: ,Wir müssen mal was anderes machen.‘"

Dieses Andere erarbeitete man sich dann mit der Werbeagentur Ketchum Pleon – und mit Ärzten, Sanitätern und Pflegern der Uniklinik, denn die sind auf den Plakaten abgebildet – wenn auch nicht im erwartbaren Weiß, sondern in zur Ästhetik des jeweils persiflierten Filmplakats passender Kleidung.

Ob die Kampagne nun die Zahl der Bewerber für einen Job im Klinikum signifikant steigen lässt, weiß man noch nicht – seit 20. Dezember erst hängen die Plakate und zwischen Weihnachten und Neujahr befindet sich das Land bekanntlich ein ganzes Stück im Stillstand.

Ansonsten seien die Reaktionen aber enorm, sagt Kliniksprecher Waschow,. "Gerade auch in den sozialen Medien." Und schließlich gehe es nicht allein um die numerisch messbare Wirkung wie die neu eingehender Bewerbungen, sondern auch um einen beabsichtigten Imagewandel.



"Der Arbeit in der Klinik haftet ja noch etwas Konservativ-Spießiges an – dabei handelt es sich ja um Hochleistungsmedizin im High-End-Bereich." Zwei weitere Plakatmotive stehen schon bereit und sollen in den nächsten Wochen das Stadtbild bereichern.jens Kitzler