Uniklinik in Radsport-Doping verwickelt?

Carolin Buchheim

Ein ehemaliger Masseur des Radsport-Teams Telekom (heute: T-Mobile) erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Zwischen 1992 und 1996 soll im Team systematisch Doping betrieben worden sein. Die Teamärzte, Mediziner der Uniklinik Freiburg, sollen den Radsportlern die leistungsfördernden Medikamente selbst verabreicht haben.

Der Belgier Jef D'hont äußert diese Anschuldigungen in seinem neuen Buch 'Erinnerungen eines Radfahrer-Pflegers', aus dem der Spiegel in seiner Morgen erscheinenden Ausgabe Auszüge abdruckt.


Der Masseur behauptet, die Team Telekom-Fahrer Olaf Ludwig, Jan Ullrich und der Tour de France-Sieger von 1996, Bjarne Riis, seien unter Anleitung der Freiburger Teamärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich unter anderem mit dem Mittel EPO (Erythropoetin) versorgt worden.

D'hont hatte die Vorwürfe gegenüber den Freiburger Medizinern bereits Mitte April in einem Interview mit einer belgischen Zeitung erhoben. Damals hatten sowohl die Uniklinik als auch Lothar Heinrich die Vorwürfe von sich gewiesen.

Bob Stapleton, Manager des Team T-Mobile, kündigte an, die Zusammenarbeit mit belasteten Medizinern abzubrechen, sollten die Vorwürfe sich bestätigen. "Wenn sich die Behauptungen über die Universität Freiburg als wahr erweisen, werden wir nach einer Alternative suchen."

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