Chancengleichheit

Uni Freiburg verteidigt Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Ländern

Fabian Vögtle

Die Uni will trotz anhaltender Kritik an den vor zwei Jahren eingeführten Gebühren festhalten. Die Zahl der internationalen Einschreibungen steigt derweil – vor allem aus den USA und China.

Die vor zwei Jahren eingeführten Studiengebühren für internationale Studierende stoßen in Freiburg weiter auf Ablehnung. "Sie stehen für eine selektive und elitäre Bildungspolitik, welcher wir entgegenstehen", teilte der Vorstand der Studierendenvertretung auf Nachfrage mit. Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Rolland findet die Studiengebühren sozial diskriminierend; zudem schadeten sie der Internationalisierung an Unis. Mit dem Anstieg von 8,7 Prozent bei Studienanfängern in Baden-Württemberg (in Freiburg sechs Prozent) im vergangenen Wintersemester habe sich die Situation nach dem Rückschlag von gut 19,1 Prozent (15 Prozent) im Wintersemester 2017/18 erholt, ein Grund zur Freude sei das aber noch nicht, so Rolland.


Gebührenfreie Studienplätze für 384 Studenten

Die hochschulpolitische Sprecherin der SPD weist auch auf die Befreiung von der Gebührenpflicht hin. An der Uni Freiburg waren im vergangenen Wintersemester von 844 internationalen Studienanfängern 384 von Gebühren befreit. Neben besonders begabten Studierenden werden solche aus entwicklungsschwachen Ländern berücksichtigt. Darunter fallen unter anderem die Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks. "Uns war es wichtig, bei der Vergabe der gebührenfreien Studienplätze möglichst gerecht vorzugehen", sagt Juliane Besters-Dilger, Prorektorin für Studium und Lehre an der Uni Freiburg.

Einen Nachteil im internationalen Wettbewerb sieht sie nicht. Zum einen gebe es Ausnahmen, zum anderen sei das Studium in Baden-Württemberg trotz Gebühren im Vergleich zu Großbritannien oder den USA noch günstig. Die Gesamtzahl der Studierenden aus Nicht-EU-Ländern lag mit 2952 im letzten Wintersemester höher als vor zwei Jahren, als es noch keine Gebühren gab. Damals studierten 2840 Ausländer an der Uni Freiburg. Dennoch, so die Studierendenvertretung, hätten die Studiengebühren weiter einen negativen Einfluss; viele könnten sich das Studium nicht mehr leisten und blieben Freiburg fern. Studierende aus reicheren Ländern wie den USA und China, seien hingegen stärker vertreten. "Es gibt weniger Durchmischung", so der Vorstand. Dies führe dazu, dass Bildungschancen genommen würden; und zugleich mindere es die kulturelle Vielfalt.

Mehr zum Thema: