Uni Freiburg hat ihre Nobelpreisträger wieder

Simone Höhl

Studenten haben die Nobelpreisträger zurückgebracht: Sie hatten Riesenfotos aus dem Dekofundus der Freiburger Uni mitgenommen, obwohl die tabu waren. Nun ist das Missverständnis geklärt und die Portraitsammlung wieder komplett.



Kurze Aufregung in der Universität Freiburg: Sieben Maxi-Abzüge von Nobelpreisträgern waren aus einem Keller verschwunden. Nachdem die Uni die sofortige Rückgabe der Portraits gefordert hatte, trugen Studenten sie nun prompt zurück. "Ein Missverständnis", sagte Uni-Sprecher Rudolf-Werner Dreier am Freitag.


Die großformatigen Drucke gehören zu einer Serie von allen zehn Nobelpreisträgern, die einst an der Freiburger Uni waren. Sie waren vor Jahren Dekoration für den Uniball und lagerten mit anderer aufwändiger Balldeko in einem Keller. Den will die Uni räumen, weshalb sie studentischen Theatergruppen angeboten hatte, sich im Fundus zu bedienen – nur die großformatigen Abzüge der Nobelpreisträger und der berühmten Waldseemüller-Karte sollten Dreier zufolge tabu sein, weil man sie wieder einmal verwenden wollte.

Doch dann war Alarm: Am Donnerstag erschien ein Foto in der BZ von Studentinnen, die das Bild von Chemienobelpreisträger Adolf Windaus durch die Altstadt schleppten, um es für ihre Zwecke zu übermalen. Die Uni wies darauf hin, dass das Bild unerlaubt mitgenommen worden sei und keinesfalls zum Übermalen gedacht war. Dabei vermutete Dreier keine böse Absicht, sondern ging von einem Missverständnis aus.

Das war aber dann größer als zunächst gedacht: Ein Blick in den Funduskeller zeigte, dass nicht nur Windaus verschwunden war, sondern gleich sieben Maxi-Portraits fehlten. Nur noch Hans Spemann (Nobelpreis für Medizin 1935), Hans Adolf Krebs (Medizinnobelpreis 1953) und Georges Köhler (Medizinnobelpreis 1984) standen zwischen Styropor-Kakteen, bespannten Riesenrahmen und Sperrholz-Kakadus. Es erging der Aufruf: Alle Nobelpreisträger zurück.

Und sie kamen sofort: Noch am Donnerstagnachmittag trugen Studierende das erste Dekobild zurück. Am Freitag meldete Dreier, dass die Uni wieder all ihre Nobelpreisträger im Fundus hat. Die "Rückkehrer" waren übrigens: Heinrich Otto Wieland (Nobelpreis für Chemie 1927), Adolf Windaus (Chemie 1928), Georg von Hevesy (Chemie 1943), Hermann Staudinger (Chemie 1953), Friedrich August von Hayek (Wirtschaftswissenschaften 1974), Georg Wittig (Chemie 1979) und Harald zur Hausen (Medizin 2008).

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