Umzugshilfe-Freiburg.de: Umzugshelfer für kleines Geld

Sebastian Klaus

Elias Meyer hat vor zwei Wochen die Umzugshilfe Freiburg gestartet, einen Vermittlungsservice für Umzugshelfer, der Studierenden einen lukrativen Job und Umziehenden schnellen und unkomplizierten Service bieten will. Sebastian war bei einem der ersten Aufträge dabei.


Jonas
(Bild rechts) ist Neu-Freiburger. Der angehende Medizinstudent ist erst vor zwei Stunden aus seiner bisherigen Heimat London in der Stadt angekommen und hat gerade sein neues Zuhause, ein Wohnheimzimmer im Oikos-Wohnheim in der Vauban, zum ersten Mal gesehen.


Noch ist es vollkommen leer, doch das soll heute Nachmittag mit einem Ausflug zum schwedischen Möbelhaus anders werden.

Der Neunzehnjährige kennt noch niemanden hier und kann mit seinem erst einen Jahr alten Führerschein auch noch keinen Transporter mieten. Beim Googeln stieß er auf Umzugshilfe-Freiburg.de und bestellte einen Umzugshelfer. Und der steht jetzt – zwei Minuten zu früh – vor dem Wohnheim. Es ist Elias Meyer, 29 (Bild unten), der Betreiber des Vermittlungsdienstes.

Seine Geschäftsidee ist einfach: Umzugshelfer registrieren sich auf der Website und warten dann auf Aufträge, die ihnen 15 Euro pro Stunde garantieren; pro Vermittlung wird eine Gebühr von 5 Euro fällig. Auftraggeber zahlen nur den Stundenlohn von 15 Euro direkt an die Helfer; bei Aufträgen unter zwei Stunden wird eine Pauschale von 25 Euro fällig.

Elias' Preise ähneln denen anderer Freiburger Anbieter. Bei der Dienstleistungsagentur Mary Poppins kosten Umzugshelfer 15 Euro pro Arbeitsstunde, zuzüglich 17 Euro pro Buchung. Kostenlos vermittelt auch das Studijob-Angebot des Studentenwerks Umzugshelfer (und andere Jobber), und zwar sowohl für Helfer, als auch für Umziehende.

Das Unternehmen wurde erst vor wenigen Wochen gegründet, die Resonanz ist groß. Elias – eigentlich Informatiker – hat die Website dank Suchmaschinenoptimierung sehr gut bei Google platziert, wird häufig gefunden. Sechs Helfer sind bisher registriert, alles Studenten. In den ersten beiden Wochen wurden sechs Umzüge organisiert; momentan hilft er selbst eifrig mit, so wie heute. In Elias' altem Fiat fahren die beiden zum Möbelhaus ins Gewerbegebiet Nord. Elias bestellt beim Kundenservice den Transporter für die Rückfahrt, 27 Euro für eineinhalb Stunden, die für Jonas zusätzlich zur Umzugsgebühr anfallen. Dann sucht Jonas seine neuen Möbel aus: ein Bett, Bettzeug, Lampen, ein Bücherregal aus der Fundgrube und eine Schreibtischlampe; bei der Entscheidung der richtigen Farbe hilft Elias mit.



Später wird der Miet-Transporter beladen, und es geht zurück in die Vauban. Elias hat Erfahrung beim Steuern größerer Fahrzeuge, er fährt ruhig und sicher. Am Wohnheim angekommen wird entladen; der Fahrstuhl ist so geräumig, dass alles mit einem Schub reingeht. Für Jonas ist auch noch Platz. Elias nimmt die Treppe und nimmt die Sachen im 2.Stock in Empfang. In nur zwanzig Minuten ist alles verladen.

Rechtzeitig vor Ablauf der Mietdauer sind Jonas und Elias zurück beim Möbelhaus; Elias fährt ihn zurück in die Vauban. 50 Euro zahlt Jonas an Elias – 3 Stunden zwanzig Minuten Arbeit, à 15 Euro. Dazu kommen die 27 Euro für den Transporter sowie 5 Liter Benzin. Ein günstiger Quasi-Umzug für jemanden, der als Neu-Freiburger noch nicht auf die Hilfe von Freunden und Familie zählen kann.

Für Elias ist sein Umzugsservice ein Testlauf. Er will in Zukunft das Dienstleistungsangebot vergrößern und auf Stundenbasis auch Putzkräfte, Fahrer oder Gärtner vermitteln.

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