Typologie: 8 Hausarbeits-Schreiber, die Du in der UB triffst

Katie Beach

Semesterferien? Von wegen! Die Zeit zwischen Ende Juli und Mitte Oktober ist für viele nicht Urlaub, sondern Hausarbeitszeit. Hier sind 8 Hausarbeitstypen, die Du auch kennst. Welcher bist Du?



1. Die Neurotikerin

Mit einer Hausarbeit anzufangen, bedarf viel Vorbereitung. Schließlich kann an einem unordentlichen Arbeitsplatz nicht gelernt werden. Die Neurotikerin räumt also erstmal ihren Schreibtisch auf, dann das ganze Zimmer und wenn sie schon dabei ist – die Küche müsste auch mal geputzt werden. Ach, und das Bad. Plötzlich ist Mittag. Zeit, etwas zu kochen. Bevor sie endgültig anfangen kann, braucht sie Nervennahrung. Also geht sie noch schnell einkaufen, das dauert ja nicht lang. Der Tag geht vorbei und sie hat viel geschafft. Bis auf die Hausarbeit.

2. Der Nachtschwärmer

Solange die Sonne nicht untergegangen ist, hat man keine Chance, ihn anzutreffen. Während der Hausarbeitszeit verwandelt er sich in eine Eule und begibt sich in die Bib, wenn er am besten arbeiten kann: nachts. Wenn alle anderen gegangen sind, bleibt er tapfer. Wozu hat man schließlich eine Bib mit Kaffeeautomat, die 24 Stunden geöffnet hat?

3. Der gezwungene Nachtschwärmer

Zu erkennen ist er an seinem gespenstischen Aussehen, seinem panischen Rumhacken auf der Tastatur und der wiederholten Aussage "dieses Semester wollte ich es doch besser machen!" Der gezwungene Nachtschwärmer will um drei Uhr morgens eigentlich nicht in der Bib sein. Doch er hat keine Wahl, denn in neun Stunden ist Abgabe – und er hat noch nichts.

4. Die Disziplinierte

"Denken Sie daran, die Vorlesung immer sorgfältig vor- und nachzubereiten!", mahnen die Dozenten am Anfang des Semesters. "Und wenn Sie noch Zeit haben, lesen sie zu den 30 Büchern auf der Liste doch noch 20 weitere." "Ja, klar" denken die Studenten. Wer macht das schon? Nur eine: die Disziplinierte. Sie ist immer top vorbereitet, ihre Sachen in perfekter Ordnung. Post-It-Zettel, bunte Markierungen und hübsche Randnotizen zieren ihre Unterlagen. Sie wartet natürlich nicht bis zum Ende des Semesters, um mit ihren Hausarbeiten anzufangen. Da ist sie meist schon fertig.

5. Die Pausenfanatikerin

Mit großer Leidenschaft stolziert sie in die Bib, knallt ihre Bücher auf den Tisch und klappt entschlossen ihren Laptop auf. Heute wird ein guter Tag, heute wird sie viel schaffen, heute wird es besser als gestern. Dann starrt sie zehn Minuten auf den Bildschirm. Das war harte Arbeit, denkt sie sich – und holt erstmal einen Kaffee. Sich bei Pausenfanatikerinnen beliebt zu machen, ist übrigens nicht schwer. Die Frage "Du, wollen wir eine Pause machen?" löst in ihnen nämlich Glückshormone aus.

6. Der Besessene

Er vergöttert sie, die Hausarbeitszeit. Endlich Zeit zu zweit – nur er und sein Thema. Er durchforstet alle Bibliotheken in Freiburg und verschlingt unzählige Bücher. Die Liebe zu seinem Thema wird immer größer. So wie der Hass, der ihm von seinen Mitmenschen entgegengebracht wird, weil es ihnen zu den Ohren rauskommt. Niemand kann die Motivation des Besessenen bremsen, seine Hände fliegen in Lichtgeschwindigkeit über die Tastatur und im gleichen Tempo bewegt er sich fort. Nur die UB-Drehtür kann ihn aufhalten.

7. Der Internetjunkie

Zwei ganze Worte hat er bereits geschrieben. Das ist doch mal eine Leistung, denkt sich der Internetjunkie – und schaut erstmal nach E-Mails. Er könnte in der Zwischenzeit ja eine lebensnotwendige Nachricht erhalten haben. Drei Worte später stattet er Facebook einen Besuch ab. Vier Stunden später findet er sich bei einem absurden YouTube-Video wieder – und hat nicht die geringste Ahnung, wie er dorthin gelangt ist.

8. Die Kompromissbereite

Auf den Urlaub und die Zeit bei der Familie verzichten? Niemals! Schließlich ist "vorlesungsfreie Zeit". Kein Problem, denkt sich die Kompromissbereite. Sie wird einfach beides kombinieren und packt vorbildlich Laptop und Bücher in den Koffer. Leider geht der Plan nicht ganz auf. Nach ein paar schönen Wochen daheim muss sie zentimeterdicke Staubschichten von den Unisachen pusten. Einen Versuch war es wert.

Und Du so?