Tu Fawning im Waldsee: Verschroben und verspielt

Gina Kutkat

Gestern Abend gab das amerikanische Quartett Tu Fawning im Waldsee das letzte Konzert ihrer Deutschlandtour. Wie experimentell und sphärisch der Abend war, weiß Gina.



Als sich die Tu Fawning-Sängerin Corrina Repp mit ihrer Cowbell unter das Publikum mischt, fällt es ihr nicht schwer, sich einen Weg zu bahnen. Denn leider sind es trotz ihres zweiten Konzertes in Freiburg immer noch zu wenig Leute, die Tu Fawning mit ihrer Musik überfordern können. Überfordern im positiven Sinne. Tu Fawnings Musik ist nicht gefällig, sondern wagemutig. Sie geht auch nicht runter wie Öl, sondern sucht sich Irrwege und Abzweigungen. So etwas hört man live nicht jeden Abend.


Zwei Frauen, zwei Männer. Das Quartett aus Portland lebt nicht nur von diesen beiden Gegensätzen. Treibende Drums, abwechselnd von Sängerin Corrina und Gitarrist Joe Haege bedient, umwerben den sphärischen Gesang, das altertümlich-verspielte Wesen von Keyboarderin Lisa Rietz steht im Kontrast zur Coolness von Songwriterin Corrina.

Und auch stilistisch passiert hier einiges: Tu Fawning lieben Chorgesänge, Dream-Pop, New Wave und auch die Vergangenheit als Folk-Künstlerin scheint bei Corrina Repp noch durch. Zu den vielen Einflüssen gesellen sich auf dem aktuellen Album "A Monument" und auch live viele Instrumente: Corrina Repp, Joe Haege, Lisa Rietz und Toussaint Perrault haben neben Drums, Gitarre und Keyboard noch Trompete, Percussions, Cowbell und Geige mit dabei.

Tu Fawning bewegen sich auf der Bühne, als würden sie auf den Noten ihrer Songs tanzen: Sie bücken sich, kräuseln sich zusammen, knien nieder. Etwas verschroben zwar, aber dadurch nicht weniger faszinierend. Krönung des Abends ist eine eigene Version von Joy Divisions "Love Will Tear Us Apart", gefolgt von einer kleinen Akustik-Session im Kreise der Zuschauer. Dann laden sie das Publikum noch ein, nach der Show gemeinsam im Waldsee schwimmen zu gehen. "It's fucking beautiful out here."

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