Trendsport Kubb: Am Ende muss der König fallen

Annika Schneeweiß

Das erste Kubb-Turnier Freiburgs hat am Samstag auf dem Ebneter Sportplatz stattgefunden. Bei der Premiere gingen 35 Mannschaften mit jeweils drei Mitgliedern an den Start und ermittelten in mehreren Runden das Sieger-Team.



9.10 Uhr. Der Sportplatz des SV Ebnet sieht von weitem aus wie ein Miniatur-Friedhof: In Reih’ und Glied stehen die Kubbs (Holzklötze) auf dem Rasen. Ich melde unser Team an: Gerhard Kirk, den Dienstältesten unter den heutigen Kubbern, und seinen Sohn Gabriel. Alex Graf, der Hauptorganisator des Turniers, hofft, dass sich noch ein paar Leute finden, die spontan ein Team gründen wollen.


9.21 Uhr. Die eintreffenden Teams tragen Namen wie "Höltzklötzli" (Lörrach) oder "Kubb der guten Hoffnung" (Freiburg). Auch vier Mannschaften aus Köln sind dabei. "Ihr könnt euch schon mal einwerfen", ruft Alex Graf gutgelaunt den Spielern zu. "Ey, was kubbst du" aus Heidelberg sind mit fünf Leuten angerückt und suchen für die zweite Mannschaft noch einen Mitspieler. Der ist schnell gefunden: Thomas Tophoven, der gerade vier Wochen Urlaub am Atlantik hinter sich hat. Was er dort gemacht hat? "Jeden Tag Kubb gespielt, natürlich. Menschen aller Nationen haben angehalten und gefragt, was wir da spielen", erzählt er. Thomas hat aufgehört zu zählen, wie viele Leute er zum Mitspielen animiert hat.



9.28 Uhr.  Wir üben unsere ersten Würfe. Der Rasen ist noch nass, und das satte Aufeinandertreffen von Holz klingt massiv und schwer. Neu für uns: Der König, der am Ende abgeschossen wird, muss, mit dem Rücken zum Spielfeld stehend, durch die Beine abgeworfen werden. Das will geübt sein.

10.10 Uhr. Fast pünktlich beginnt das Turnier. Ebenfalls neu für uns: Wenn ein Spiel nach 20 Minuten noch nicht beendet ist, beginnt der "Tie-break" – damit der König möglichst schnell "gefällt" wird und das Spiel nicht allzu lange dauert. Die beiden Vorrundenspiele unseres Teams laufen enttäuschend für uns. Die "Holzköpfe" und "Boltowitsch" räumen mit ihren Wurfhölzern unsere Kubbs samt König in weniger als 20 Minuten ab. Unser Ziel für das nächste Spiel: Wenigstens die 20-Minuten-Marke schaffen und ins Tie-break gelangen. Ein paar Meter weiter jubeln "Kubba libre" über ihren Sieg. Ihr Fazit: "Nicht schön, aber gewonnen."

12.45 Uhr. Mittagspause. Simon Frühling aus der Mannschaft "Ey, was kubbst du" ist stolz auf den am Morgen "eingekauften" Freiburger Thomas. Und er verrät, worauf es beim Kubb ankommt:"Erstens: auf den Untergrund. Zweitens: auf starke Nerven."



13.30 Uhr. Hauptrunde. Wir spielen gegen "Ey, was kubbst du", die bisher alle Spiele gewonnen haben. Unsere Gegner beginnen, aber sie treffen nicht. Das ist unsere Chance. Zum ersten Mal an diesem Tag spüre ich das Adrenalin aufsteigen. Wir alle treffen, nur den letzten Kubb vor dem König verfehlen wir. Am Ende verlieren wir trotzdem, denn gegen die klugen und technisch geschickt ausgeführten Würfe unserer Gegenüber können wir nicht mithalten. Für uns ist das Turnier hiermit vorbei. Aber wir haben es ihnen nicht leicht gemacht.

17.30 Uhr. Finale. Auch die "Histomaten" der Fachschaft Geschichte sind jetzt ausgeschieden, die als die ersten überhaupt das Kultspiel nach Freiburg brachten. Bis zum Schluss bleibt es aber spannend, denn gegen die drei Freiburger Physikstudenten von "Tändknippa Kubb" vergeben "Ey, was kubbst du" im Finale nicht nur einmal ihre Chance, das Spiel für sich zu entscheiden. Doch am Ende sind sie es, die die Nerven behalten.

[Fotos: Thomas Kunz]

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