Toni L: "Ich bin der Meister des Desserts"

Oliver Rath

Toni L und Torch lieferten vergangenen Samstag im Z einen Gig ab, der trockene Kehlen, blaue Flecken und nasse Haare verursachte. Wir haben uns danach mit dem Heidelberger Koch unterhalten, unter anderem über sein Treffen mit Chaka Khan im Jazzhaus.



Wie war für dich der Gig in Freiburg?

Laut und 360 Grad heiß. Die Leute gingen crazy ab und wurden von der Security mit vielen Eimern Wasser versorgt. Hammerparty!

Dein wievielter Auftritt war das ungefähr?

Ich nähere mich dem tausendsten.

Fandest du die Organisation der Veranstaltung nicht etwas chaotisch?

Nein, war gut organisiert. Hotel, Essen und Veranstalter waren super cool.

Wie war die Stimmung danach?

Sehr entspannt und friedlich. Der wahre Hiphop-Vibe.

Welchen Eindruck hinterlässt Freiburg auf dich?

Ich habe in Freiburg schon viele gute Auftritte gehabt und kenne dort auch viele gute Leute. Die Stadt ist sehr schön und könnte demnach mit meiner Heimatstadt Heidelberg verwandt sein. Hier habe ich schon vor längerer Zeit eine sehr coole Geschichte erlebt. Mit meiner ehemaligen Gruppe "Advanced Chemistry" hatte ich im Jazzhaus einen Fernsehauftritt. Plötzlich sah ich, dass Chaka Kahn im Publikum saß, was mich natürlich umgehauen hat. Bei der nächsten Gelegenheit rannte ich raus, besorgte mir eine Rose, schenkte sie ihr und habe mich für all die Musik bedankt, die sie mir geschenkt hat.

Wirst Du auf der Straße erkannt, wenn du auf Tour bist?

Mit Kangol schon. Und ohne bin ich eben als Clark Kent unterwegs.



Was ist dir lieber: ein Livegig oder ein L Boogie DJ Set?

Ich liebe die Abwechslung. Es ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis, mit der neunköpfigen Funkband „Safarisounds“ das Funk Animal raus zu lassen oder eben auch mal als „DJ L-Boogie“ den Sound in einem Club zu spielen, den du dort sonst nie hörst. Natürlich repräsentiere und liebe ich als MC den Hip-Hop, ganz klassisch, mit DJ.

Inwiefern hat der amerikanische Rap den deutschen beeinflusst?

Ohne den amerikanischen Rap gäbe es keinen deutschsprachigen Rap. Alles andere hängt davon ab, wie stark du dich beeinflussen lässt. Mir war es immer wichtig, nicht platt zu kopieren, sondern original und nicht austauschbar zu bleiben.

Wie lange sitzt du an einem für dich typischen 16-Zeiler?

16 Minuten.

Hast du noch Kontakt zu den MCs aus deiner Anfangszeit?

Torch und ich sind immer noch ein ultramagnetisches Team. Alle weiteren Kontakte laufen halt über Vermisstenanzeigen oder man trifft sich auf diversen Veranstaltungen.



Kannst du noch von Hip-Hop leben?

Ja, von Hip-Hop und von Funk.

Arbeitest du wieder an einem neuem Album?

Jetzt werde ich erstmal zum dritten Mal stolzer Papa! Ich bleibe auf jeden Fall produktiv.

Du bist ja auch gelernter Koch. Was kochst du am liebsten?

Ich bin der Meister der Desserts. Ansonsten koche ich am liebsten mediterran. Das ist wie mit dem Sound. Ich nehme frische Zutaten und mache sie funky.

Toni, danke für dieses Gespräch.


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