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Tobias Pietsch von "Hanfnah" über seine Teilnahme bei "Wer wird Millionär?"

Felix Klingel

Am Montagabend saß Tobias Pietsch bei Günter Jauch auf dem Stuhl und ging mit 500 Euro nach Hause. Im fudder-Interview erzählt der Betreiber des Ladens "Hanfnah" in Freiburg, wie er die Show erlebt hat.

Tobias, du bist bei "Wer wird Millionär?" von 32.000 Euro auf 500 gefallen. Wie fühlt sich das an?

Tobias: In dem Moment war ich relativ emotionslos. Das lief ab wie im Film. Ich hab nicht so ganz realisiert, dass es gerade um 32.000 Euro geht. Auch an dem Abend nach der Show habe ich das sehr gefasst genommen. Am nächsten Tag dann hat es mich ziemlich gewickelt. Da hatte ich dann glaube ich den härtesten Tag meines Lebens, weil ich erst richtig realisiert und verarbeitet habe, was für eine Chance ich verschenkt habe. Ich habe ja eine ziemlich gute Summe erreicht. Gerade als Selbständiger hätte mir das viel Erleichterung erschafft. Aber im Nachhinein bin ich nicht ganz unglücklich darüber. Mein Leben hat sich so nicht großartig verändert. Es war eine wahnsinnige Erfahrung und ich schaue positiv nach vorne.

Was hättest du mit dem Geld gemacht?

Natürlich hätte ich etwas in Hanfnah investiert. Aber genauso hätte ich mir einen kleinen Urlaub mit der Familie gegönnt, weil ich seit dreieinhalb Jahren durch die Arbeit wenig Auszeit habe. Mein Sohn kam vielleicht auch die letzten drei Jahre etwas zu kurz. Die Auszeit werde ich jetzt trotzdem machen, aber dann eben eher mit dem Campingwagen im Schwarzwald. Ich hatte aber keine riesigen Wünsche, die ich mir erfüllen wollte. Meine Träume versuche ich mir weiter zu erarbeiten – jetzt mit noch mehr Motivation.

Ging es dir bei der Show vor allem ums Geld oder wolltest du auch Werbung für deinen Laden und Hanf im Allgemeinen machen?

Beides. "Wer wird Millionär?" habe ich seit der ersten Folge zusammen mit meinem Vater geschaut. Ihm war es auch immer wichtig, ein vernünftiges Allgemeinwissen zu haben. Ein Freund von mir war dann in einer anderen Quizshow dabei und hat da einen ordentlichen Betrag abgeräumt. Da dachte ich: ’Das ist schon eine relativ einfach Nummer eine stattliche Summe zu gewinnen.’ Also habe ich immer mal wieder versucht mitzumachen. Im Nachhinein muss ich aber sagen: So einfach ist es doch nicht. Gerade das Ganze psychologisch zu verarbeiten, ist wirklich schwierig. Deshalb bin ich froh, dass ich mich nicht völlig blamiert habe und auch, dass der Betrag nicht völlig in die Höhe geschnellt ist. Denn dann wäre das im Nachhinein ganz schön schwierig geworden.
Tobias Pietsch ist 34 Jahre alt und betreibt mit seinem Unternehmen "Hanfnah" insgesamt drei Läden in Südbaden. Einer davon ist in Freiburg, die anderen beiden in Lahr und Lörrach. Zu kaufen gibt’s dort alles zum Thema Hanf – außer eben den illegalen Blüten: Hanf-Bier und Hanf-Aufstrich mit Meerrettich, Pfeifen und Drehpapier sowie einen größeren Gärtner-Bereich im Untergeschoss mit Dünger oder Zelten. Außerdem: Kosmetik aus Hanf wie ein Hanf-Blüten-Shampoo oder eine Hautcreme.



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