The Bishops: Rotz und Rock'n'Roll im Räng Teng Teng

Gina Kutkat

Bei ihrem dritten Freiburg-Gig erwiesen sich die neuerdings zum Quartett herangewachsenen Bishops am Samstagabend im ausverkauften Teng wieder einmal als Energiebündel mit Talent zum knackig-kurzen Indie-Rock-Hit. Wie's war:

140 Leute hatten sich für das Konzert der Bishops Karten gekauft. Damit war dann das Räng Teng Teng auch schon ausverkauft und so voll und stickig, wie man sich das für ein schmissiges Indie-Rock-Konzert eben so wünscht. Rauchschwaden, bierverklebter Boden, eine winzig kleine Bühne und eine Band, die richtig Bock hat.


The Bishops brauchen nicht lange, um warmzulaufen. Die Band besteht mittlerweile zu drei Vierteln aus Brüdern: Neben dem Zwillingspaar Mike und Pete ist nun auch der kleine Bruder Alex mit an Bord. Und dieser Umstand tut der Dynamik und der Harmonie in der Band verdammt gut. Die drei Bishop-Brüder geben ein unverwechselbares Bild ab, wie sie da auf der Bühne stehen - nein, hüpfen -  sich gegenseitig schupsen und necken.



The Bishops sind dann am besten und überzeugendsten, wenn sich die fröhlichen und treibenden Gitarrenriffs von Alex Bishop mit den zuckenden Beats überschneiden und Mike Bishop mit dem unverkennbaren Kopfschütteln seine Zeilen ausspuckt. "The Only Place That I Can Look Is Down", "For Now" und "City Lights" sind die altbekannten Hits des Programms, das davon abgesehen auch viel neues Material enthält. "Push and Pull" und "Nowhere To Run" von der neuen EP "Sojourn"sind zwar weniger eingängig und weniger direkt, entwickeln sich aber zu ordentlich rockenden Nummern.

Auch wenn die Bishops zuvor im Interview betonten, sich verändert zu haben, so sind einige Dinge zum Glück beim Alten geblieben. Die hüpfenden Bewegungen, die Frontmann Mike bei jedem Song macht und auch nach einer Stunde nicht aus der Puste zu kommen scheint, der beatleske Harmoniegesang, die ungebremste Lust am Spielen und die Durchschnittsdauer der Songs von zwei Minuten.

Um die Neuerungen festzuhalten: Die Anzüge wurden ausgezogen, der Sixties-Look weitestgehend niedergelegt, mit dem jungen Bruder kam frischer Wind in die Band, das Tempo der Songs wurde gedrosselt, sodass die Tanzflächen in Zukunft von anderen Bands gefüllt werden müssen. Doch soll das den Bishops nicht negativ angerechnet werden. Der musikalische Wechsel steht ihnen außerordentlich gut und live sind sie immer wieder ein Erlebnis.